Tradition am Rennsteig

 

Meine 5. Supermarathon-Teilnahme beim Rennsteiglauf liegt nun bereits über eine Woche zurück. Zeit für einen kleinen Bericht, denn wir verbrachten ein tolles Wochenende im Thüringer Wald!

 
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Frühstück im "Zucker und Zimt" Eisenach

  6 Tage nach dem 2. Veganen Lauffest in München rief der Rennsteig. Diesmal waren die Tage vorher entspannter. Ganz im Gegenteil zum Jahr 2015... Wir fuhren bereits am Donnerstag in unsere Oberhofer Ferienwohnung und verbrachten den halben Freitag in Eisenach. Nach einem tollen Frühstück im "Zucker und Zimt" (direkt am Marktplatz), besuchte Jule das Bach-Museum. Ich dagegen loggte ein paar schöne Geocaches zu denen sonst die Zeit gefehlt hätte, und holte meine Startunterlagen ab. Danach gab es gemeinsam noch super-leckeres Eis aus der Manufaktur. 🙂 Zurück in Oberhof trafen wir uns kurz mit Neuruppiner Freunden und besuchten die kleine Läufer-Messe. Während Sylvia den Marathon vor sich hatte, wollten Uli (zum 3. Mal) und Pico (zum 1. Ultra überhaupt) die lange Strecke laufen. Wir verabredeten uns auch gleich für den Samstag.  
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Die "neue Mitte" in Oberhof

  Insgesamt hat sich Oberhof deutlich verschönert. Der Busbahnhof ist umverlegt worden und damit wurde Platz für eine Neugestaltung im Zentrum der Stadt. Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Umverlegung: unsere FeWo liegt nun in "Steinwurf-Weite" zur Abfahrtsstelle des Bus-Shuttles am Morgen. 😉  
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DER Treffpunkt in Eisenach

  Zur Abfahrt nach Eisenach traf ich mich mit Pico und Uli aus Neuruppin wieder. Gemeinsam ging es mit vielen weiteren Startern im Shuttle zum Start. Abfahrt 4.05 Uhr, aber das ist im 5. Jahr ja nix Neues! Der Bus war ziemlich schnell und hielt direkt am Marktplatz, es blieb somit viel Zeit für Fotos und Quatschen mit Bekannten. Wie immer waren dies schöne Momente. Nur Pico und Uli waren plötzlich weg. Wir wollten aber auch nicht zusammen laufen, somit war dies egal. Der Weg ist lang, und meist sieht man sich doch x-mal wieder unterwegs.  
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Vor dem Start: Uli | Pico | ich 🙂

  Nach dem Start um 6.00 Uhr ging es wie immer gemächlich los. Die ersten Meter durch die Altstadt zum Stadtpark sind schmal und richtig wach sind die meisten Starter wohl auch noch nicht. Ich wählte meine bewährte Strategie, indem ich jeden Anstieg konsequent im schnellen Geh-Tempo absolvierte. Als Flachländer ohne spezifisches Hügel- bzw. Bergtraining bleibt mir ja eigentlich auch kaum etwas anderes übrig... :mrgreen: Bei tollem Laufwetter zogen die Kilometer dahin, das erste Ziel war natürlich der Inselsberg. Gefühlt hat man hier die Strecke "in der Tasche". Vor dem Start hatte mich Markus, besser bekannt als "MÄX", erkannt und angesprochen. Er war mit einem Laufkumpel unterwegs und wir trafen immer wieder aufeinander. Auf flacheren Abschnitten, bzw. bergab lief ich auf die beiden auf - bergan zogen sie locker davon. Immer gab es aber ein paar Worte, die gemeinsamen Streckenabschnitte waren mal kürzer, mal länger. Dies brachte zusätzliche Abwechslung und Unterhaltung.  
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Blick vom Großen Inselsberg

  Die ersten 25,x Kilometer waren mit dem Gipfel des Inselsberges geschafft. Ich fotografierte noch etwas, bevor es über Treppen und ein Stück Asphalt steil abwärts ging. Unten wartete dann der nächste große Verpflegungspunkt - wie überall mit großem Angebot und freundlichen Helfern. Hier meinen herzlichsten DANK dafür! Waren vor ein paar Jahren noch etliche Abschnitte links und rechts des Kammweges frisch gerodet, wuchsen jetzt die jungen Bäume scheinbar rasend schnell. Viele Weitblicke ins Thüringer Land gab es nicht mehr. Trotzdem ist die Landschaft einfach wunderbar. Ich genoss die Strecke, die Verpflegungsstellen und die allgemeine Stimmung bei diesem Lauf. Etliche kleine und größere VP´s weiter, sprach mich von hinten Uli an! Etwa bei Kilometer 51 hatte er mich "erwischt" und eingeholt. Wahrscheinlich waren wir schon ewig kurz hintereinander, aber ohne direkten Kontakt. Gemeinsam liefen wir dann weiter und erreichten bald den Grenzadler. Da unser Tempo gut harmonierte, er ebenfalls meine "Renntaktik" favorisierte, blieben wir letztlich zusammen bis ins Ziel. Wir erzählten viel, verbissen uns in manche Anstiege, ließen es abwärts rollen - und die noch zu laufenden Kilometer nahmen ab. Herrlich! In Schmücke gab es den obligatorischen Schluck Schwarzbier, Obst, Salz und Brot. An den veganen Alternativen zum Schmalzbrot und zur Wurst muss noch gearbeitet werden, aber da bin ich optimistisch - es führt kein Weg daran vorbei!  
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"Endlich" wieder was zum essen...

  Schmiedefeld war erreicht, den Sprecher hörten wir bereits am Skihang. Der "Noch-1-Kilometer-Bogen" war in diesem Jahr nicht an seinem Platz und damit gab es keine AC/DC-Mucke auf die Ohren. Warum nicht? 😉 Kurz vor dem Ziel stand er dann doch noch, und auch die Musik hämmerte! Ich war mit meinem Telefon am Filmen und sah Jule erst nicht. Aber Uli entdeckte sie und umgekehrt machte Jule sich auch lautstark bemerkbar. Beflügelt liefen wir die letzten Meter ins Ziel!  
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Stimmung im Ziel

  Eine halbe Minute nach uns überquerte Mäx mit Begleitung die Ziellinie. Gegenseitige Glückwünsche und Fotos, die ersten Getränke und etwas Obst folgten. Das war mein 5. Rennsteig-Supermarathon mit einer Zeit von 8:35:44! Gestärkt trafen wir Jule wieder und holten uns unsere Shirts, die Urkunden, sowie unsere Kleiderbeutel ab. Auch Sylvia war bereits im Ziel und hatte Nachricht von Pico. Er war einiges hinter uns, so dass wir nun zu viert auf ihn warteten. Bei schönem Sonnenschein, mit unserem Finisher-Bier in der Hand, standen wir ca. 300m vor dem Ziel und applaudierten den einlaufenden Läufern. Dann hatte es auch Pico geschafft - seine Ultra-Premiere am Rennsteig war geglückt! Wieder in Oberhof angekommen, gab es für mich erst einmal eine ausgiebige Dusche und Essen. Jule erzählte von ihrer Odyssee mit den Zubringer-Bussen nach Schmiedefeld am Vormittag. Da steckt noch Verbesserungspotential drin, denn in den vergangenen Jahren klappte dies wesentlich besser. Abends schauten wir kurz bei der Läufer-Party vorbei. Diese fand erstmals in der Sporthalle statt, aber wir merkten schnell, dass dies nicht mehr unser "Ding" ist. Früher im Festzelt war die Stimmung doch eine andere gewesen, hier hatten wir das Gefühl, es ging nur um Alkohol in Kombination mit der Fußball-Übertragung. Leider war wieder DFB-Pokal-Finale... Zum Beine-Vertreten und Muskeln-Lockern war der abendliche Spaziergang aber gut, wir trafen uns mit den anderen nochmals und werteten den Tag mit ein wenig Abstand aus. Zufrieden mit dem Wochenende in Thüringen, der erneuten Reservierung der FeWo für 2017, fuhren wir am Sonntag in Richtung Heimat. Ein Zwischenstopp musste natürlich in Berlin noch sein. Erst gab es leckeren Flammkuchen, dann noch das geniale Eis in unserer Stamm-Eisdiele - wunderbar!!