Marathon im Grunewald

 

Der nächste Vorbereitungswettkampf stand auf dem Programm. Am gestrigen Sonntag ging es nach Berlin in den Grunwald zum 3. SCB Grunewald Marathon. Hier startete ich bereits im letzten Jahr, aber da war so ziemlich Alles anders…

In der Ausschreibung war zu lesen gewesen, dass der größte Teil der Strecke geändert werden musste. Die Umweltbehörde genehmigte den Lauf nicht in der alten Form. So wurden die Waldwege durch Straßen, Radwege und andere befestigte Wege ersetzt und nur ein minimaler Teil war noch Waldboden. Schade! Es war somit nicht mehr der gleiche Lauf,  nicht mehr so anspruchsvoll. Trotzdem gut, ein 2-Runden-Rennen hat dafür ja seine anderen eigenen Finessen.

Bei nur knapp 100 Teilnehmern zusammen im Halbmarathon und Marathon, war dies eine sehr überschaubare Veranstaltung. Jule und Eddie waren nicht mit nach Berlin gekommen, da die Wetterprognose im Vorfeld ziemlich schlecht ausgefallen war. Es blieb beim Lauf jedoch trocken, anders als bei anderen Marathonläufen am Wochenende. 🙂

Die Gegebenheiten und die benötigte Zeit im Vorfeld waren durch den letztjährigen Start bekannt. So war ich entspannt unterwegs, die Startnummer schnell abgeholt und ich verbrachte die Minuten bis zum Start im Auto. An der Startlinie versammelten sich dann etwa 30 – 40 Läufer, für die offiziellen Berlin-Brandenburger-Landesmeisterschaften im Marathon sehr wenig. Ich hätte mich auch für die Meisterschaft registrieren sollen… Das größte Startfeld stellte natürlich meine AK 40. Egal, es war nur Training angesagt! Frauen- und Herrenrennen wurden zu unterschiedlichen Zeiten gestartet.

 

Um 8:41 Uhr fiel der Startschuss durch einen Kampfrichter. Wir setzten uns in Bewegung. Mit Muskelkater vom Freeletics-Training und schon „einigen“ Laufkilometern in dieser Woche, waren die ersten Schritte nicht leicht. Die ersten beiden Kilometer verliefen noch durch den Wald, danach war die Straße neben der Avus unsere Strecke. Für ca. 6 Kilometer ging es dann immer parallel der alten Rennstrecke leicht wellig immer geradeaus. Hier war auch die erste Verpflegung, die ich aber wie gewohnt ausließ.

Danach wurde es etwas abwechslungsreicher. Immer mal wieder ging es leicht aufwärts, dann auch abwärts, ein paar Kurven und viel „Natur“. Schließlich begann der lange Anstieg hinauf zum Grunewaldturm. Diesen Teil des großen Waldgebietes kannte ich überhaupt noch nicht. Auch der Turm war mir unbekannt – entsprechend gespannt war ich.

 

Grunewald 2015-04-26 #2

Oh, oh!

 

Ein nettes Schild kündigte den „Gipfel“ an – wenn auch noch 1000 Meter entfernt. Hier befand sich der eigentliche Grund meines Laufes also – die Höhenmeter für den Rennsteig. Um es kurz zu machen: größtenteils ist die Strecke problemlos laufbar, „echte“ Bergläufer merken die Steigung wahrscheinlich nicht einmal… Ich schon.  :mrgreen:

Oben gab es dann zur „Stärkung“ auch den zweiten Verpflegungspunkt, ich sparte mir die Zufuhr für die zweite Runde auf. Ich hatte durch mein mit Chia angereichertes Frühstück noch einiges an Flüssigkeit gespeichert. Zusätzlich versorgte mich fitRabbit mit Energie.

 

Zeit für ein Foto nahm ich mir in der zweiten Runde.

Zeit für ein Foto nahm ich mir in der zweiten Runde.

 

Der Rest der ersten Runde war damit mental bereits erledigt. Die „Hauptschwierigkeit“ lag hinter mir, nächstes Ziel war wieder der Sportplatz mit Start und Zielbereich. Da ich wieder ohne Blicke auf meine Garmin unterwegs war, überraschte mich die zugerufene Zeit zur Halbmarathonmarke. 1:43:50 – das war so nicht geplant und gewollt. Aber auch schön, denn ich war recht locker unterwegs.

Auf der zweiten Runde wusste ich was mich erwartet. Die Strecke neben der Avus zog sich nun noch mehr hin. Der VP bei Kilometer 7, jetzt nun bei Kilometer 28 war meine erste Anlaufstelle. Ich nahm einen Schluck Wasser, dieser bekam mir aber überhaupt nicht! Trotz ruhigem Schritt und wirklich nur ganz wenig Wasser, rebellierte mein Magen kurze Zeit später. Ich musste ein paar Meter gehen, dann wurde es wieder besser. Ich bin einfach nicht mehr daran gewöhnt, während des Laufens etwas zu mir zu nehmen. In Hinblick auf die geplanten langen Kanten noch in diesem Jahr, muss ich das ändern und abstellen. So gab es auch am Grunewaldturm wieder einen Becher. Dieser bekam mir aber, und auch an den nächsten VP´s griff ich zu. Es ging dann also doch…

 

Die bewährte Streckenmarkierung im Wald.

Die bewährte Streckenmarkierung im Wald.

 

Die letzten Kilometer waren wieder richtig gut und schön. Die Luft war Klasse, das Gefühl es gleich geschafft zu haben und die ordentliche Zeit spielten zusammen. Als 14. Mann (von 33) lief ich nach 3:41:06 durch das Ziel. Nun gibt es noch ein paar lockere Tage bis zum Rennsteig. Etwas Freeletics und ein paar Kilometer laufen – dann wird das Rennsteiglied in Eisenach gesungen! 🙂