Barcelona – eine tolle Erfahrung

Vor fast einem Jahr sahen wir ein allgemeines europäisches Flug-Angebot von AirBerlin und suchten nach einem passenden Ziel. Der Frühjahrsmarathon in Barcelona schien für mich ein gutes Ziel zu sein, verbunden mit ein paar Tagen Urlaub davor und danach eine Runde Sache für uns beide! Und genauso war bzw. ist es auch geworden. 🙂

 

Morgendliche Ruhe im Startbereich

Morgendliche Ruhe im Startbereich

 

Nach fast einjähriger Vorfreude ging es also letzte Woche ans Mittelmeer. Über den ersten Teil der Reise berichtete ich bereits hier.

Gestern war dann der „große“ Tag: Race-Day!
Der Start war um 8.30 Uhr, entsprechend zeitig hieß es aufstehen. Ein kleines Müslifrühstück und eine Tasse Kaffee und ich war schon fast in der Metro. Nach etwa 15 Minuten Fahrtzeit befand ich mich am Messegelände. Ich hatte noch viel Zeit, die ich für einen Geocache in der Nähe nutzen konnte. 😉 Der Himmel war wolkenlos, mit 3-4 Grad jedoch auch recht frisch. Zum Glück hatte ich die richtigen Sachen mit, und vor allem Handschuhe! Mein größtes Problem sind kalte Finger…

Geocaching, Kleiderabgabe, eine Tüte fitRabbit und einen sonnigen Platz im Start Bereich suchen – alles entspannt und mit bester Laune. Dann war es auch soweit, die erste Welle wurde mit den Elite-Läufern gestartet. Ich befand mich im vierten Startblock (3.30-3.45). Jeder Block wurde separat an die Startlinie geführt und mit Freddie Mercury’s und Montserrat Caballet’s „Barcelona“ auf die Strecke geschickt. Um 8.38 Uhr passierte ich die erste Matte…

Die ersten Kilometer geht es fast immer leicht aufwärts. Die Route führt an den wichtigsten Highlights der Stadt vorbei. Ob dazu auch das Camp Neu gehört, darüber kann man sicherlich streiten. 😉 Für viele Teilnehmer sicher! Dort angekommen waren auch bereits etwas mehr als 5 Kilometer geschafft und die Steigung ebenfalls. In der Folge gab es aber immer wieder kürzere und längere Auf- und Ab-Passagen, so flach wie in Berlin ist es wohl nirgends bei einem Marathon.

Ich hatte mir nichts für den Lauf vorgenommen, außer möglichst gleichmäßig zu laufen und erst sehr spät eine Verpflegung zu mir zu nehmen. Es sollte ein reiner langer Trainingslauf sein mit einer schönen außergewöhnlichen Strecke. So motiviert war ich also am Start, und der Kopf entsprechend frei! Ich fand sofort in ein gutes Tempo, meinen Forerunner ignorierte ich komplett. Bei den eingestellten 5km-Splits verschob ich die Kontrolle von „Piepen“ zu „Piepen“. Irgendwann legte ich mir dann selbst auf, erst bei Kilometer 40 zu schauen. Auch das befreit. 🙂 Ebenso verhielt es sich mit möglichen Trinkpausen. Mein Körper sollte seine Energie für die Bewegung einsetzen und nicht zum Verdauen. Es gab also keine Pause. Alles reine Kopfsache, und dies war auch meine Intension: Grenzen neu definieren!

So bestritt ich die Kilometer. Jule wartete unweit unseres Appartements bei Kilometer 16,5 etwa. Nach Camp Nou  der zweite Streckenhöhepunkt! Sofort danach die Sagrada  Família, aber diese hatten wir ja schon ausreichend erkundet. Die Kilometer vor und nach der Halbmarathon-Marke sind unspektakulär und können sich auch ziehen. Mir war es gleich, ich sah nur das Positive. Weiter ging es in Richtung Meer, noch einen Abstecher zum „Torre Agbar“ und dann auf die grandiose Strandpromenade. Das Wetter blieb weiterhin super, ein paar Grad mehr hatte die Sonne nun aber schon geschafft. Viele Musikbands, jubelnde Zuschauer, Sonnenschein und Weitblick über das Mittelmeer – ein Traum!

Es folgte der Durchlauf durch den Arc de Triomf, der Plaça Catalunya und wieder zurück zum alten Hafen mit dem Kolumbus-Denkmal. Kurze Zeit später war der 40. Kilometer erreicht. Interessant war es, dass sehr viele Läufer ihre Uhren auf Auto-Kilometer-Lap eingestellt hatten und diese immer ca. 300m vor der offiziellen Kilometermarke piepten. Es waren einfach zu viele, um nicht doch ein wenig an der Vermessung zweifeln zu können… Aber egal, ich schaute bei offiziellen 40 Kilometern auf meine Garmin: 3:23:xx! Whohoo, das waren noch 12 Minuten zur alten Bestzeit!

Gänzlich unerwartet „musste“ ich mich entscheiden, versuche ich es oder nicht? Na klar! Also das doch nun merklich nachgelassene Tempo wieder anziehen! Viel Energie war wohl nicht mehr zu mobilisieren, es wurde ganz ganz knapp. Handgestoppt stellte ich meine alte PB ein und musste nun auf das offizielle Ergebniss warten. Jedoch war ich bereits ohne neue Bestzeit mehr als zufrieden, ich bin komplett durchgelaufen, das Tempo war auch nicht gerade niedrig (für die weiteren Ultraläufe sowieso) und ich habe kein unnützes Zeug konsumiert! Allgemein immer gesunde Kost, am Renntag Müsli und fitRabbit-Power – that’s it! :mrgreen:

Stolzer Finisher!

Stolzer Finisher!

 

 

Und es reichte auch zur neuen „offiziellen“ Bestzeit, am Geburtstag im letzten Jahr hatte ich mir ja eine inoffizielle PB „geschenkt“. Genau 3 Sekunden betrug die Verbesserung, aufgrund der Strecke und meiner eigenen Herangehensweise zählt sie für mich aber viel mehr. Zeiten sind nicht alles, aber etwas stolz bin ich schon.

Auch im Zielbereich setzte sich die allgemeine vorbildliche Organisation fort. Es gab etwas zum Trinken und Wärmeponchos, und dann erst die Medaillen. Ich denke da nur an den Berlin Marathon, wo nicht wenige Läufer in der Schlange zu den Medaillen kollabieren… Viele Helfer, Sanitäter für den Notfall, durchdachte Anordnung der Nach-Ziel-Verpflegung mit verschiedenem frischem Obst und Nüssen. Toll!

Tolle Auswahl!

Tolle Auswahl!

Jule erwartete mich natürlich. Gemeinsam ging es in unser Appartement. Kaffee, etwas Essen, Duschen, Garmin synchronisieren und die Neuigkeiten posten. Das „Übliche“ heutzutage eben. 😀 Danach zogen wir nochmal los und hatten leckere Burger und ich zusätzlich noch ein riesiges Stück Carrot-Cake! Yummie!!! 🙂 Ein perfekter Tag in Barcelona!

3 Replies to “Barcelona – eine tolle Erfahrung”

  1. Dein Beitrag klingt super.
    Ich war auch vor Ort, bin aber nur den Breakfastrun gelaufen.
    Der Marató Barcelona steht für mich erst nächstes Jahr auf dem Programm.
    Bis dahin wird fleißig trainiert und fast genauso fleißig gebloggt.
    Viele Grüße
    José

Kommentare sind geschlossen.