Marathon in München

Nach den längeren Strecken im Frühjahr und Sommer und dem eigenen 6SSM ging es nun noch einmal offiziell auf die Marathondistanz. Am 12.10.2014 lief ich den 29. München Marathon mit.

Meine Teilnahme hatte ich vor gut einem Jahr geplant und freute mich dementsprechend auch schon lange darauf. Leider hatten wir mit unserem Auto kurz vorher noch großes Pech. Nach einem Schaden stand es bereits zwei Wochen in einer Werkstatt in der Nähe von Dresden und wir waren nur bedingt mit einem Mietwagen mobil. Das geplante verlängerte Wochenende in der bayerischen Metropole musste auf zwei Nächte reduziert werden. Nicht die erwartete Entspanntheit…

 

München Marathon #1

Vorbereitung: check!

 

Die Fahrt am Samstag begann dann auch im kräftigen Regen, je dichter wir aber Bayern kamen, desto besser wurde auch das Wetter. Als wir am zeitigen Nachmittag in Garching bei München ankamen, war es warm und trocken. Unser Hotel lag ideal an einer U-Bahn Haltestelle, so dass wir innerhalb von 20 Minuten auf dem Messegelände waren. Der erste Weg führte uns zur Startnummerausgabe, dies war schnell erledigt. Danach bummelten wir noch ein wenig entlang der Messestände, bzw. durch den Olympiapark. Unser Abendbrot bestand anschließend aus einem veganen Döner – erstmals probiert und für gut befinden. 😉 Im Zimmer gab es noch ein leckeres bayrisches Bier und ich sortierte meine Sachen für den Lauf. Jule und ich studierten den Streckenplan und vereinbarten zwei Treffpunkte. Die Vorbereitung war damit komplett. 🙂

 

Panorama am Morgen

Panorama am Morgen

 

Letztens beim Roofenseelauf startete ich noch mit etwas vollem Magen, das sollte mir in München nicht wieder passieren. Also stellte ich mir den Wecker zum Frühstücken, um mich dann noch ein wenig wieder hinzulegen. Dies klappte super und wird jetzt beibehalten, wo nötig und möglich. Die Fahrt mit der Bahn war schnell vorbei, mit jeder Station stiegen mehr Läufer in die Wagen. Die Station Olympiazentrum war gut gefüllt und alles strömte Richtung Stadion. Ich checkte den Ort der Kleideraufbewahrung und schaute mich noch ein wenig um. Es war alles so schön entspannt und unkompliziert hier – kein Vergleich mit Berlin! Letztlich zog ich mich ins Innere des Stadions zurück, genoss noch ein wenig den Blick auf das Treiben ringsum, bevor ich mich auch umzog und meinen Kleiderbeutel abgab. Der Weg zum Start (etwa 2 Kilometer!) war dann doch etwas weiter als gedacht, aber ich hatte genug Zeit dafür. Der Startblock füllte sich langsam und ich suchte mir einen schönen Platz in der Morgensonne. Hinter mir stand dann auf einmal Robert Wimmer mit Begleitung, auch nett. Pünktlich um 10.00 Uhr erfolgte der Startschuss und Block A setzte sich in Bewegung. Und ich mittendrin!

 

 

Die übliche Planung begleitete mich natürlich auch: nicht zu schnell los, eigenes Tempo laufen, ruhig bleiben… Klappte alles, oder doch nicht? Der erste Kilometer knapp unter 5er Pace, so sollte es weitergehen. Meine nächste Kontrolle war erst wieder bei der eingestellten Forerunner-Auto-Lap bei Kilometer 5. Es standen jetzt 23:48 darauf, okay damit etwas schneller als gewollt. ABER es fühlte sich doch gut an. 😉 Weiter zu Kilometer 7, dort wartete Jule! Ein kurzer Blick, Foto und „Take Five“. Das hatte gut geklappt. Danach wurde es unruhiger. Die Wegebeschaffenheit und -breite erforderte Konzentration. Hinzu kamen viele Kurven, leichte Anstiege, Zuschauer mit Hunden (aber ohne Probleme!). Es wurde etwas härter, das Tempo blieb konstant. Die Halbmarathonmarke überlief ich bei 1:43:25, alles im „Plan“. Innerlich ahnte ich aber schon, dass ich meine Wunschzeit nicht halten würde.

Das nächste Ziel war der nächste Treff mit Jule bei Kilometer 32. Jetzt war ich schon langsamer unterwegs, aber die Zielzeit passte noch. Jule stand am Marienplatz kurz vor dem Rathaus. Wir klatschten wieder kurz ab. Hier im Zentrum war richtig Trubel und viele Leute säumten die Strecke. Sie erlebte hier ihren „Sightseeing-Höhepunkt“. Ich konnte mich auch daran erfreuen. Vorbei an Dallmayer´s, der Feldherrnhalle, ging es auf die Runde um die TU München. Hier kommen einem die schnelleren Läufer mehrmals entgegen, das ist nicht gerade motivierend. Und ich zollte meinem hohen Anfangstempo nun auch Tribut. Während die Beine noch konnten, wollte der Kopf nicht mehr. Meine alte Geschichte; wenn es droht ungemütlich zu werden, schiebt der Kopf einen Riegel vor. Selbstschutz, oder bin ich doch nur durch und durch ein Genussmensch? :mrgreen: Mir war es egal. Ich ergab mich dem lockeren Tempo und nutzte die Versorgungspunkte, um eine Strecke im Gehen zurückzulegen. Meine Zielzeit korrigierte ich nach oben auf jetzt 3:39:xx. Die folgenden Kilometer kannte ich bereits vom Start her. Ich genoss die leicht abfallende Strecke zum Ziel und nachdem auch die 3:40:00 unrealistisch wurden, nahm ich mir die Zeit selbst ein paar Fotos zu machen. Bei strahlendem Sonnenschein und guten 20°C lief ich glücklich nach 3:43:12 über die Ziellinie!

 

 

Nach weiteren Fotos im Zielbereich bekam ich meine Medaille umgehängt und steuerte die Verpflegungsstände an. Wasser, Iso, Bier, Brezeln, Obst, Smoothies und das Ganze nochmal in umgekehrter Reihenfolge! Fantastisch! Nur lief das Bier nicht so gut, es dauerte einige Zeit ehe ich mich mit Brezel und Bier im Innenraum des Stadion niederließ. Jule hatte mich Einlaufen gesehen und schickte schon die erste Nachricht. Wunderbar. Nach einer kleinen Ewigkeit mit meinen Genussmitteln auf dem Kunstrasen sitzend, holte ich meinen Kleiderbeutel und zog trockene Sachen an. Jule erwartete mich bereits und wir fuhren zum Hotel. Die große Regendusche im Hotelzimmer war eine Wohltat. Beim Kaffee berichtete Jule von ihrer Tour und ich vom Lauf. Der Appetit auf etwas Leckeres kam dann schnell auf. Aber da hatte ich ja vorgesorgt und im „Gratitude“ einen Tisch reserviert. Das war sowas von lecker, darüber gibt es demnächst einen separaten Bereich hier auf unserer Seite. 🙂

 

Nach drei leckeren Gängen und einem frischen Weißbier fuhren wir wieder ins Hotel, der Marathontag war damit fast beendet…