Projekt „Kilometer für Jahre“

Projekt „Kilometer für Jahre“ – erfolgreich abgeschlossen :mrgreen:

 

Inspiriert wurde ich für mein letztes Projekt von der amerikanischen Ultratrail-Legende Catra Corbett. Okay, an ihre Leistungen kann und werde ich nicht annähernd heranreichen, aber darum geht es ja auch nicht. Seit etlichen Jahren läuft die Californierin an ihrem Geburtstag ihr erreichtes Lebensalter in Meilen. So gaaanz jung ist sie auch nicht mehr, aber wer die 100 Miles seine Lieblingsstrecke nennt, kommt damit wohl klar. 😉

Na gut, bei mir sollten es keine Meilen werden! Kilometer reichten aus. Und was war besser in den Einstand einer möglichen und hoffentlich lange anhaltenden Serie? Ganz klar, der 42. Geburtstag! Einen ganz normalen Marathon wollte ich an meinem Geburtstag laufen. Und wie es ja schon oben steht, ich habe es durchgezogen!

Gestern war es dann also soweit. Montag = Urlaub = Geburtstag = Lauftag. 🙂

Samstag gab es noch einen recht flotten Lauf über 25 Kilometer, dafür fiel am Sonntag das sonst übliche Training aus. Nur etwas Athletik stand auf dem Programm. Das es momentan richtig gut läuft, wusste ich ja bereits und habe auch schon darüber geschrieben. Ich freute mich schon auf mein „Projekt“.

 

Vorbereitet: Hokas, Forerunner, iPhone, Rucksack und etwas Geld.

Vorbereitet: Hokas, Forerunner, iPhone, Rucksack und etwas Geld.

 

Die Weckzeit war gar nicht entsprechend einem Urlaubs-bzw. Geburtstag. Um 3.30 Uhr klingelte mein Wecker, aber ich war fit und bereit. Der Gang ins Bad, anziehen und etwas essen. Ich hatte mir am Abend bereits einen Mix aus Haferflocken und Chiasamen mit Hafermilch bereitet. Etwas Süße kam über Ahornsirup hinzu – lecker und absolut die richtige Entscheidung! Der Magen ist nicht voll, aber es ist genug Energie vorhanden. Der Chiasamen speichert zusätzlich eine Menge Flüssigkeit, von der man später zehren kann. Natürlich durfte auch eine Tüte FitRabbit nicht fehlen! Bereit lagen noch zwei kleingeschnittene Äpfel, ein OatKing-Riegel und der mit Wasser und etwas Apfelsaft gefüllte Trinkrucksack. Um 3:57 Uhr startete ich meine Garmin Forerunner.

Meine Routenwahl fiel auf die Strecke vom „Ruppiner Winter Marathon„. Diese hatte sich nun schon mehrfach bewährt. Also verlief der Hauptanteil auf Radwegen um den Ruppiner See herum. Anfangs störte mich der Trinkrucksack etwas, aber ich fand ziemlich schnell in ein lockeres Tempo und fühlte mich dann wohl. Die ersten 5 Kilometer waren vorbei, ein Piepen der Auto-Lap und Kontrolle der Pace: ø 5.06. War das zu schnell? Hmm, eigentlich schon, weiter und besser auf das Gefühl achten. Das blieb aber gut und locker, obwohl dann bei der nächsten Zwischenzeit eine ø 4.56 stand! Dies deckte sich mit den Läufen der letzten Wochen, ich verschwendete keine weiteren Gedanken daran – vorerst!

 

Am Ruppiner See

Am Ruppiner See

 

Vielmehr kreisten meine Gedanken um mich, um meinen Lebenslauf. Ich kramte in meinen Erinnerungen und holte mir immer mal wieder passend zum jeweiligen Kilometer, einzelne Begebenheiten hervor. So richtig kamen die Erinnerungen aus der Teenager-Zeit, dann Ausbildung und Wendezeit auf. Das „Wiederzusammenfinden“ mit Jule, unsere erste Tour durch den Westen der USA, die Hochzeit, die Hunde – Höhen und Tiefen. Und zwischendrin piepte der Forerunner verlässlich alle 5 Kilometer…

Die Kilometer auf der Uhr wurden mehr, die noch zu laufenden weniger. Ein konstant gutes Gefühl begleitete mich. Bei Kilometer 12 zwang ich mich, etwas Flüssigkeit aufzunehmen. „Weil man das ja so macht.“ Gerade am Anfang vergisst man das Trinken, man hat keinen Durst und spürt die Folgen erst später im Rennen. Aber stimmt das wirklich so? Ich startete bei 10,6 °C und Wind. Der Wind blieb, wenige Grade wärmer wurde es sicher. Und ich ließ das Trinken wieder sein. Bei Kilometer 35 nahm ich noch einmal einen Schluck, das war es. Weder ein Stück Apfel, noch ein Stück vom Riegel benötigte ich, mein Tempo blieb aber hoch und gut. Es geht also auch anders…

Und irgendwann kommt dann trotz vieler anderer Gedankengänge der Punkt, an dem ich anfange, den Lauf auf die mögliche Endzeit hochzurechnen. Gestern war es erstmalig nach der 30er-Zwischenzeit. Unglaublich, ich war auf Bestzeit unterwegs! Und das ungewollt und ungezwungen auf einer nicht gerade optimalen Strecke. Schlechte Wege, einige An- und Abstiege, Straßenquerungen etc. waren zu laufen bzw. zu überwinden. Und ich war allein, keine Motivation von außen. Okay, die 35 wartest du noch ab, sagte ich mir. Aber auch bei dieser Zwischenzeit war keine Überraschung festzustellen. Ich hatte bis hierhin einige Minuten „Vorsprung“ zu meiner bestehenden (offiziellen) Marathonzeit aus dem Jahr 2011 (Berlin Marathon) und war mir nun sicher, dies nicht komplett vertrödeln zu können. 😉

Entsprechend beschwingt ging es nun auf die letzten Kilometer. Diese verlaufen auf einer Standardtrainingsstrecke, hier kenne ich fast jeden Stein auswendig. Aber es wurde dann doch langsam etwas zäher. Irgendwann musste sich dieser Zustand ja auch einstellen. Völlig okay bei einem Marathon, aus einer normalen Trainingswoche heraus. Ich blieb jedoch konzentriert und fokussiert. Jetzt wollte ich die Zeit nicht doch noch zu sehr verschenken. Bei 42,26km und einer Zeit von 3:32:36 stoppte ich den Forerunner. Ich war damit 2:47 schneller als in Berlin 2011! :mrgreen:

 

 

Gefühlt habe ich mich großartig. Das Projekt „Kilometer für Jahre“ wurde somit ein voller Erfolg. Ich habe schöne Stunden laufend verbracht, über vieles nachgedacht, neue Gedanken und Pläne entwickelt. Perfekt.

Und ebenso perfekt wurde der ganze Tag. Jule hatte schon ein tolles Frühstück vorbereitet, der Geburtstagskuchen war im Ofen. Gemeinsam ging es später auf den Hundespaziergang, denn auch Eddie brauchte seine Bewegung. Am Nachmittag kam die Familie zum Kaffee, bevor wir uns nach Berlin auf den Weg machten. Hier hatte ich einen Tisch im MioMatto bestellt und wir genossen den Abend bei leckeren Menüs und ein wenig Fußball (es ist schließlich WM! 😉 ) auf der Großleinwand im Hintergrund. Ein toller Tag fand dann spät sein Ende. Die Eindrücke dieses Geburtstages werden aber wohl sehr lange nachhallen!

 

 

Der Link zur Aktivität in Garmin.Connect: http://connect.garmin.com/modern/activity/526713354

 

 

3 Replies to “Projekt „Kilometer für Jahre“”

  1. Ganz großes Kompliment. Zum Lauf, zur Idee und zum Text. Um die Uhrzeit am Geburtstag aufstehen um so etwas zu machen ist sehr cool. Nachträglich herzlichen Glückwunsch, zum Geburtstag und zur PB (wenn es läuft, läuft es).

    1. Dankeschön, für alle Glückwünsche natürlich! Wie ja geschrieben, die Idee ist „geklaut“ – die Umsetzung natürlich nicht. 😉 Ob es nun immer genau der Geburtstag sein muss? Auf jeden Fall habe ich es für nächstes Jahr vor, oder extrem zeitnah…

  2. wow, hab dein bericht erst eben gelesen, wenn auch spät aber doch von herzen: GLÜCKWUNSCH!!!!!!!! zur persönlichen superzeit, und auch naaaachträglich zum geburtstag, echt klasse! und die Stimmung auf den Fotos echt schön. Strecke kommt mir ja sehr bekannt vor J
    liebe grüße aus berlin!
    claudia

    PS: lange nicht gut so im Lauf-Training wie Du, weil bei mir leider doch der Kniedoktor ran musste ;-(( dafür mehr schwimmen und RR …

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