Rennsteiglauf 2014 – Super(Marathon) gelaufen!

 

Rennsteiglauf 2014, nun ist er schon wieder vorbei! Monatelanges Training und Vorfreude fanden vorgestern ihr Ende. Geblieben sind ein supertolles Gefühl über das Erreichte und die Erinnerungen an ein klasse Wochenende. Soweit die Kurzform, die lange Version jetzt in ein paar mehr Worten. :mrgreen:

 

Rennsteig 2014 #0

Das Auto ist bereit für die Fahrt! 😉

 

Nach 2012 und 2013 war nun meine 3. Teilnahme geplant. Die bewährte Ferienwohnung in Oberhof hatten wir im letzten Jahr gleich nach der Abreise wieder reserviert. So fuhren wir also am Freitag nach Oberhof und trafen dort auf Rudi. Wie im vergangenen Jahr wollte er wieder am Halbmarathon teilnehmen. Fahrt, Wohnungsübernahme, Kaffee trinken und Startunterlagen/Messebesuch – damit war der Tag ausgefüllt. Abends zauberte Jule wieder eine leckere Pizza, für mich eine „ordentliche“ Grundlage für den Supermarathon. 😉 Ein Verdauungsspaziergang führte Jule und mich noch ins Festzelt. Wir blieben aber nur ganz kurz, denn wenigstens 4-5 Stunden Schlaf wollte ich schon haben. Um 3.00 Uhr klingelte am Samstag der Wecker.

Rennsteig 2014 #1

Der Marktplatz in Eisenach füllt sich: 5.40 Uhr!

 

Nach einem ordentlichem Müsli mit Chiasamen und zwei kleinen Tassen Kaffee saß ich kurz vor 4.00 Uhr im Transferbus nach Eisenach. In Eisenach angekommen musste ich mir noch die Startunterlagen holen, dies war aber kein Problem. Ein letzter Toilettenbesuch, die überflüssigen warmen Sachen in den Beutel und diesen abgegeben. Die Vorfreude machte sich breit! Ein paar bekannte Gesichter sah ich noch, aber ich wollte ja heute nur „mein Ding“ laufen. Und dann kam er auch schon, der Countdown und Startschuss – es ging los! Die Masse schob sich durch das Starttor und bewegte sich aus Eisenach hinaus. Die ersten Kilometer waren wie immer zum Warmwerden und sehr langsam. Das Feld musste sich erst wieder entzerren und auf die schmalen Wege einstellen. Ich kam aber gut voran. Es war angenehm kühl, ich war mit meiner Kleidungswahl zufrieden. Die erste Versorgungsstelle war erreicht und ich trank etwas warmen Tee, das konnte ich gut gebrauchen. Ich hatte mir vorgenommen, auch immer wenigstens ein oder zwei Schlucke Flüssigkeit aufzunehmen. Sonst bin ich da immer etwas nachlässiger.

 

Also auf zum großen Inselsberg. Auf dem Weg dorthin überholte ich kurz nacheinander zwei Traditionsläufer mit Teilnahmen am Supermarathon von 1974 – 2013! Und die Herren waren gut unterwegs, meinen tiefsten Respekt! Dann bei etwa bei der Halbmarathondistanz lief ich auf zwei Neuruppiner Läufer auf, Ralf Reichel von der LG Neuruppin und ein mir (noch) unbekannter Begleiter. Ich blieb die nächsten zwei, drei Kilometer bei ihnen und gemeinsam ging es die „fiese“ Steigung kurz vor dem Gipfel hinauf. Dann konzentrierte ich mich wieder auf mein Tempo, und ich sah die beiden nicht mehr wieder.

 

Der Inselsberg war geschafft und damit eigentlich auch die Strecke. Dies wurde auch von einem der besagten Traditionsläufer an einen „Ersttäter“ beim Rennsteiglauf so weitergegeben, gerade als ich die kleine Gruppe vorher passierte. Es konnte also „theoretisch“ nichts mehr passieren… 😉 Nach dem steilen Abstieg gab es an der Grenzwiese die nächste tolle Verpflegungsstelle und für mich etwas Tee und Schleim. Weiter!

 

Rennsteig 2014 #2

Streckenimpression

 

Die Kilometer liefen sich so weg. Die längeren Steigungen ging ich teilweise komplett, die kürzeren versuchte ich ein langsames Tempo beizubehalten. Ich fühlte mich nach wie vor gut. So war auch bald die legendäre Ebertwiese erreicht. Partystimmung auf der Hälfte der Strecke! Als Veganer gab es in diesem Jahr hier keine keine Wurst mehr für mich, aber ich fand genug Alternativen. 🙂

 

Nachdem es von Eisenach an immer kühler geworden war, zeigten sich nun erste Wolkenlücken. Der Inselsberg lag vorher auch dicht im Nebel, und mir war teilweise echt kalt. Aber nun konnte es nur besser werden. Bei Kilometer 40 etwa, wagte ich mich meine Handschuhe auszuziehen… Ich wollte Jule Bescheid geben, wann ich ungefähr am Grenzadler sein werde. Irgendwann hatte ich dann auch sogar mal Mobilfunkempfang und ich erreichte Jule. Sie musste sich nun sputen, um mich am Grenzadler nicht zu verpassen. Ich war nämlich viel schneller als (vorsichtig) gedacht. Es klappte aber, wie die Fotos belegen! Toll!! Selbst Rudi schaffte noch den Weg aus der FeWo hierhin. Ein kleiner emotionaler Höhepunkt! Dankeschön!!!

 

 

 

Die letzte Etappe ist eigentlich nicht mehr sooooo schwer, wenn der Kopf mitspielt. Es gibt viele längere Abschnitte, die abwärts gehen und gut zu laufen sind. Die Anstiege halten sich in Grenzen, außer einer längeren Rampe kurz vor der 70 km-Marke. Wenn man diese jedoch kennt  ist es auch kein Problem. Hier konnte ich an andere Mitläufer etwas von meiner Erfahrung und Motivation abgeben. 🙂 Kurz danach erhält man schließlich den ersten Blick auf Schmiedefeld und dann gibt es doch kein Halten mehr, oder? Meine Verfassung war jedenfalls in diesem Jahr so, dass ich auch die letzten Kilometer wirklich genießen konnte. Der Beweis? Mein schnellster Kilometer im ganzen Rennen war der Kilometer 70!! :mrgreen:

 

Jule und Rudi wollten nach unserem Treffen am Grenzadler mit dem Pendelbus nach Schmiedefeld kommen. Leider klappte dies aus verschiedenen Gründen nicht rechtzeitig zu meinem Zieleinlauf. Das wusste ich natürlich nicht und suchte die vereinbarte Stelle mit den Augen ab. Kein Zielfoto in diesem Jahr…

 

Rennsteig 2014 #6

STOLZ!

 

Ich erreichte das schönste Ziel der Welt also gut gelaunt nach 8:08:24h. Die letzten Meter hatte ich einen ordentlichen Kloß im Hals, das war mein bisher schönster Zieleinlauf hier. Die erreichte Verbesserung macht mich natürlich stolz, und spornt aber auch gleichzeitig an…

 

Ich nahm meine Medaille in Empfang, trank etwas und holte mir mein verdientes Finishershirt ab. Anschließend stellte ich mich nach der Urkunde an und telefonierte mit Jule. Die beiden waren auf den letzten Metern zum Sportplatz und Jule war natürlich schon enttäuscht, dass sie etwas zu spät waren. Auch ich fand es schade. Vielleicht war die Zeit bis ich dann in trockene Sachen schlüpfte etwas zu lang, denn eine kleine Erkältung brachte ich aus Schmiedefeld mit. Davon ahnte ich natürlich noch nichts…

 

Rennsteig 2014 #7

🙂

 

Es gab ein Finisherbier im Festzelt, bevor wir uns wieder in Richtung Oberhof begaben. Am Bus trafen wir noch Sonja und Wolfgang, die wir hier erstmals persönlich trafen. Bislang waren wir nur über Facebook bekannt, obwohl wir aus der gleichen Ecke kommen. Wolfgang Schwericke ist der Begründer des Laufparks Stechlin, wo ich am letzten Wochenende noch den Stechlinseelauf gelaufen bin. Es war sehr nett mit den beiden! Und der erste Stechlinsee-Trail im August steht jetzt fest auf meiner Agenda. 🙂

 

In Oberhof gab es dann erst einmal eine heiße Dusche und Kaffee plus Kuchen. Und es wurde weiter ausgewertet, was sonst?! Abendessen gab es in Suhl, hier ein extra Tipp für Veganer: im „Suhler Waffenschmied“ gibt es was für uns auf der Karte! 🙂 Es war sehr lecker, das Bier schmeckte und wir drei waren zufrieden!

 

Wieder in Oberhof machte sich Rudi für den Fußballabend bereit. Uns war nicht unbedingt danach, also zogen wir noch einmal los und gingen ins Festzelt. Leider war da auch nur Fußball angesagt, letztes Jahr war es das Finale der Champions League und in diesem Jahr das Pokalfinale. Die tolle Stimmung unseres ersten Besuchs im Jahr 2012 vermissten wir wieder. 🙁 Blöd für uns. Also haben wir doch Rudi Gesellschaft geleistet, obwohl mir der Sinn nicht danach stand. Ich las dann auf dem IPad Laufberichte, und schaute mit einem halben Auge Fußball. Jule konnte dem Spiel noch etwas abgewinnen, aber das Rennsteiglied auf den Bänken stehend mitzusingen, das haben wir sehr vermisst!

 

Hoffentlich ist im nächsten Jahr zum Rennsteiglauf nicht wieder irgendein Spiel, denn wir sind wieder dabei! Die Ferienwohnung ist bereits reserviert, die Voranmeldung ausgefüllt… 😉

 

Am Sonntag nach dem Frühstück machte Rudi sich wieder auf den Weg nach Dortmund. Wir dagegen wanderten noch etwa zwei Stunden den Weg an den historischen Sportstätten im Ohratal entlang. Das war eine tolle Sache und machte Spaß. Für meine Beine war es ein gutes „Auslaufen“. Nach dem Mittagessen hieß es auch für uns wieder, die Fahrt nach Hause anzutreten.

Also dann, bis zum 43.Rennsteiglauf am 09.05.2015! 🙂

4 Replies to “Rennsteiglauf 2014 – Super(Marathon) gelaufen!”

  1. Heiko, meinen Glückwunsch und meine Bewunderung zu deiner tollen Leistung! Du wirst immer schneller und ausdauernder!
    Danke auch für den schönen Bericht vom Rennsteiglauf der auch bei mir Erinnerungen an diesen tollen Landschaftslauf (auch wenn ich nur die 43 km – Strecke kenne)geweckt hat!
    Man spürt förmlich deine Begeisterung! Anscheinend hast du alles richtig gemacht und dir das Rennen gut eingeteilt!

    Viele Grüße aus Rostock!
    Fred

    1. Dankeschön Fred, das Rennen lief wirklich ganz nach Plan. Die Zielzeit hatte ich nicht erwartet, aber ansonsten hatte ich mir den Lauf gut eingeteilt. Und dann noch ohne mein „FitRabbit“ – die Tütchen hatte ich vergessen einzunehmen und gut verwahrt im Kleidersack mit abgegeben. Was sonst noch drin gewesen wäre… 😉

      Bis bald wieder an der Startlinie!
      Heiko

    1. Esmaeil, den Rennsteig-Marathon kennst du schon. Deine neue PB ist fantastisch, da wird es doch wohl Zeit für neue Herausforderungen: in 2015 dann den Supermarathon! Ich bin dabei!! 🙂

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