Frankfurt Marathon 2013

 

Windig war es. Schön war es. Das ist die Kurzform vom Frankfurt-Wochenende. 😉

Ausführlicher? Okay, dann jetzt ab hier: Samstag ging es zeitig los und die 600 Kilometer nach Frankfurt mit dem Auto konnten wir staufrei zurücklegen. Da wir im gleichen Hotel wie 2012 gebucht hatten, kannten wir uns nun schon ein wenig aus. Der Weg zur Messe war bekannt und auch nicht weit. Wir stöberten ein wenig durch die Stände und verfolgten noch ein Interview mit Falk Cierpinski, Sören Kah und Markus Weiß-Latzko auf einer kleinen Bühne.

 

Frankfurt #2

 

Eine tolle Idee und wirklich beeindruckend war die lange Wand mit den Teilnehmernamen. Wir fanden mich und im Anschluss auch noch Kumpel Rudi – wir waren wohl gemeldet! 😉 Dann hieß es die Startunterlagen abholen und schnell wieder ins Hotel. Jule musste kurzfristig ihren Start in einer Staffel absagen, sie hatte sich einen Infekt eingefangen und fühlte sich überhaupt nicht. Ein wenig Ruhe vor dem Abend war noch nötig.

Den Abend verbrachten wir wieder in Mainz. „Same procedure as last year…!“ Katrin hatte uns eingeladen, gemeinsam mit Petra und Rudi und drei uns bis dahin unbekannten Läufern. Unsere „Dortmunder“ sammelten uns also wieder am Hotel ein und gemeinsam fuhren wir nach Mainz. Ein sehr netter Abend, mit leckerem Essen und guten Gesprächen, war viel zu schnell vorbei.

Wenn wir sonst nichts von der Zeitumstellung halten, beim Frankfurt Marathon ist sie uns willkommen! Wir waren sehr zeitig (nach neuer Zeit) auf den Beinen und beim Frühstück, hier war es noch nicht so gedrängt und ich konnte mir eine solide Grundlage für die 42km schaffen. 😉 Es folgte noch ein wenig Ruhe im Zimmer, Laufkleidung ordnen, anziehen und der Weg zum Treffpunkt. Das Wetter war noch fast perfekt. Etwas Sonne und wenig Wind. Petra und Rudi waren schnell gefunden und wir begaben uns in den Startblock. Alles gut.

 

Frankfurt #5

 

Wir starteten in der zweiten Welle. So verabschiedeten Rudi und ich uns von unseren Frauen, die dann die Zeit bis zum erwarteten Finish unterschiedlich überbrücken wollten. Während Jule die Ruhe des Hotelzimmers benötigte, wollte Petra nochmal entspannt auf die Marathonmesse und anschließend einen guten Platz in der Festhalle sichern. Für Rudi und mich ging es um 10.37 Uhr über die Startlinie. Das Wetter hatte sich bereits verschlechtert. Viele Wolken waren aufgezogen und der Wind wehte schon recht ordentlich.

Meine Stimmung war super, ich freute mich auf einen guten Lauf. Rudi hatte sich eine neue Bestzeit vorgenommen, ich wollte wie im letzten Jahr meinen Teil dazu beitragen und das Tempo machen. Der Startblock war richtig gewählt, die entsprechenden offiziellen Tempoläufer mit ihren Ballons waren hinter uns in Sichtweite. Wir trabten an und wollten ein möglichst konstantes Tempo durchhalten. Die ersten Kilometer waren schnell vorbei. Aber was war los? Im Vorfeld hatte ich einige Probleme mit meiner Laufuhr gehabt, aber nach Aktualisierung der Firmware dachte ich, ich kann es wagen und sie benutzen. Leider war dies ein Irrtum, die Hochhäuser sind sicher für jede GPS-Uhr ein Problem – aber beim 3km-Schild standen bereits 4,4km auf meiner Uhr! Das ging ja gar nicht! 🙁 Eine effektive Pace-Kontrolle war somit nicht mehr gegeben. Ich schaltete auf normale Zeit um, und musste nun fortan selbst rechnen. Auch nicht verkehrt, der Kopf ist beschäftigt, die Kilometer ziehen dahin. Rudi hatte ähnliche Probleme mit seiner Uhr, nur leider bemerkte er dies nicht und dachte wir sind viel zu schnell. Zusammen mit seiner Anspannung eine neue Bestzeit laufen zu wollen, war dies natürlich nicht „optimal“. Hier wurde bereits der Grundstein für das teilweise Scheitern im folgenden Rennen gelegt.

Ich ließ mich nicht beirren und versuchte das Tempo hoch zu halten. Alle 5 Kilometer rechnete ich die Pace nach. Für die „Traumzeit“ waren wir bei km 5 bereits zu langsam, aber unser Tempo war mittlerweile recht konstant und Rudis Blicke auf die Uhr wurden weniger. Gut, er war jetzt auch dabei und das Vertrauen, welches im letzten Jahr uns durch das komplette Rennen gebracht hatte, war wieder vorhanden. 🙂 Der einsetzende Regen machte uns beiden nichts aus, im Gegenteil. Er sorgte für eine leichte Abkühlung. Wir erreichten die andere Mainseite und liefen der Halbmarathonmarke entgegen. Leider war es nicht das erhoffte entspannte Rennen. Im letzten Jahr waren wir wirklich nur maximal einen Schritt voneinander entfernt und ich sah Rudi konstant im Augenwinkel. In diesem Jahr musste ich immer wieder nach hinten schauen, um ihn zu sehen. Das war nicht gut. Ich ahnte einige Probleme, konnte aber nichts machen. Zum Halbmarathon lagen wir zwar über der „Traumzeit“, aber immer noch gut auf Kurs zu einer neuen Bestzeit für Rudi.

Am einzigen nennenswerten Anstieg, der Schwanheimer Brücke, wurde es dann ganz zäh. Kurz darauf musste Rudi die erste Gehpause einlegen und konnte nun von seinen Problemen berichten. Ihn quälten schon einige Kilometer Rückenschmerzen, woher die kamen war unklar, dafür waren sie heftig. 🙁 Oh oh. Das war´s dann wohl. Die Pause dauerte für mich gefühlt ewig. Ich musste mir was einfallen lassen, das war klar. Das Ding wird hier gefinisht – und zwar gemeinsam! Wir trabten wieder an, wenn auch die nächste Pause nicht weit weg war. Ein paar nette Worte, ein paar schärfere Worte – wieder war eine Pause überstanden. Noch in Höchst sollte ich dann allein weiterrennen, das ging ja nun mal gar nicht! Und das brachte ich auch zum Ausdruck. 😉 Meine neue Strategie lag nun in der Schaffung eines positiven Bildes. Ich erinnerte an unseren gemeinsamen Lauf vor wenigen Wochen am Dortmund-Ems-Kanal. Dort trabten wir gemeinsam in einem schnellen Tempo und hatten jede Menge Spaß dabei. Und hier auf der Strecke zurück in die Frankfurter City kam noch der kräftige Rückenwind dazu. Da musste doch wieder was gehen! Ich weiß nicht ob es daran lag, aber wir konnten wirklich wieder einige Kilometer ohne Pausen laufen.

Die City war erreicht, zum letzten Mal die verschlungene Streckenführung, zu letzten Mal an der Alten Oper vorbei. Die Verpflegung bei Kilometer 40 und jetzt auf in den Sturm! Dieser blähte uns entgegen und man musste aufpassen, nicht umgeworfen zu werden. Zwischen den Hochhäusern war es echt gewaltig. Aber auch diese Strecke nahm ein Ende und der Hammering Man und die Festhalle waren erreicht. Wir liefen nach 4:36:22 h durch das Ziel. Geschafft, gefinisht – wenn auch komplett anders als geplant.

 

Frankfurt #4

 

Solche Läufe gehören eben auch dazu, man lernt eine Menge über sich und in diesem Fall auch über seinen Laufpartner. Ich hatte auf den letzten 5 Kilometern meinen Frieden gefunden. Ich freute mich, wie leicht ich unterwegs war, wie mein Puls immer niedriger wurde, wie viel Kraft ich im Ziel noch hatte! Es war eine wertvolle Erfahrung dieser Frankfurt Marathon! Selbst Rudi zog ausreichend Positives aus dem Rennen. Sich durchzubeißen, sich nochmals einzulassen auf den Lauf und ins Ziel zu kommen. Dass nimmt ihm keiner mehr. 🙂

 

Frankfurt #3

 

 

Jule und Petra erwarteten uns natürlich im Ziel. Danke für das Ausharren! 😉 Nach einer kurzen Absprache zum weiteren Tagesverlauf, trennten sich erst einmal unsere Wege. Jule und ich gingen ins Hotel, während Petra und Rudi zur Mutter fuhren. Den Abend verbrachten wir dann wieder gemeinsam beim Italiener…

Etwas untergegangen im Bericht ist die Staffel. Nachdem die vierte Mitläuferin schon vor Jule krankheitsbedingt absagen musste, nun auch noch Jule fehlte, hatten Katrin und Otti ein Problem. Der Start war mehr als gefährdet. Glücklicherweise wurde am Vortag eine dritte Läuferin gefunden, die sogar beide Abschnitte übernahm! Das war doch mal ein spontaner Einsatz!! 🙂 Allerdings klappte dann ein richtiges Treffen mit Katrin und Otti am Renntag nicht mehr. Schade! Kurz vor unserem Zieleinlauf sah ich nur Katrin an der Strecke und wir klatschten kurz ab. Otti und Katrin: das müssen wir aber bei nächster Gelegenheit besser hinbekommen! Spätestens beim 3. 6SSM! 😉

 

5 Replies to “Frankfurt Marathon 2013”

  1. Ein schöner Bericht! Ich war wirklich froh euch endlich kurz vor dem Ziel zu sehen. Schade, dass es für Rudi nicht so lief wie erhofft. Jule und Petra habe ich noch ganz kurz vor dem Start getroffen, nach dem Rennen hatte ich ja dann noch andere Verpflichtungen denen ich nachkommen musste. Beim nächsten Mal müsst ihr einfach alle mit in die Pizzeria. Der 6SSM ist bereits im Kalender „verankert“, Chef und Kollege diesbezüglich schon entsprechend instruiert 😉

  2. Kann mich catcat nur anschließen. Ein schöner Bericht. Auch solche Läufe wird es immer wieder geben und muss es auch. Man lernt halt nie aus. Der Weg ist das Ziel. Wir waren froh, dass wir mit der Staffel trotzdem antreten und die gesamte Strecke absolvieren konnten. Und wer krank ist, kann eben nicht laufen, das ist klar! An der Verbesserung mit einer Staffel und einem Treffen „arbeiten“ wir natürlich 😉

    1. Die Staffelstarts haben es immer in sich! Wir können von (geplanten) Starts in Berlin auch noch Geschichten erzählen… 😉

      Jeder Lauf zählt und ist eine Erfahrung, die man letztlich nicht vermissen möchte.

  3. Otti und Katrin haben recht – du hast einen schönen Bericht vom Frankfurt-Marathon geschrieben! Ich habe den Lauf natürlich im Fernsehen verfolgt und an euch gedacht. Auch wenn es mit der avisierte Zeit nicht geklappt hat – ihr habt es gemeinsam geschafft und beide neue, wertvolle Erfahrungen gesammelt! Meinen Glückwunsch!
    Insbesondere wünsche ich Jule alle Gute und hoffe, das der Infekt nun überstanden ist!

    LG aus Rostock von Gudrun und Fred!

    1. Danke Fred! Jule geht es wieder besser, auch wenn noch Reste der Erkältung zu überwinden sind. Wir hoffen euch gehts es aber gut! 🙂

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