Müritzumrunder!

Müritzumrunder – so darf ich mich jetzt offiziell nennen! 🙂

Am Samstag fand der 13. Müritzlauf statt, ein Ultramarathon von 75 Kilometern Länge. Ich war einer der 160 Starter / 129 Finisher!

 

Schon im letzten Jahr geisterte die Idee zur Teilnahme in meinem Kopf herum. Die Müritz ist nicht weit entfernt, eine Teilnahme daher ohne viel Aufwand (Übernachtung etc.) möglich. Wenn da nicht die Streckenlänge wäre. Ich war einfach noch nicht soweit. Im Winter/Frühjahr wurde die Idee wiederbelebt und verfestigte sich. Aber ich wollte erst einmal den Rennsteiglauf gut meistern, bevor ich zu einem weiteren Ultra mich anmelde. Das Projekt Müritzlauf wurde aber trotzdem schon vorbereitet: mein Freund Rudi plante sich das Wochenende in seinen Urlaub ein, um mich mit dem MTB zu begleiten… Eigentlich gab es kein „Zurück“! 😉

Meine Vorbereitung verlief sehr gut. Der Trainingsplan im Online-Coaching bei jk Running wurde entsprechend angepasst. Seit Anfang des Sommers besitze ich nun auch endlich ein paar Hoka´s die mich auf den langen Läufen zuverlässig unterstützen. In der Kombination mit FitRabbit läuft es fast von allein, naja aber auch nur fast. 😉 Ich fühlte mich gut vorbereitet, und darauf kommt es schließlich an!!

Freitag Abend traf dann der Rudi ein. Im Gepäck noch ein paar Überraschungen! So schickte DER DEALER neben der Batschkapp den legendären Wimpel des „Wat Läuft? Ultra Running Team“ mit, Rudi wohnt da ja um die Ecke und organisierte das. Der Wimpel wurde natürlich gleich an meinen Trinkrucksack montiert! :mrgreen: Danke! Die weitere Überraschung sollte ich erst kurz vor dem Start sehen…

 

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Eine zeitige Anreise nach Waren /Müritz am Samstag früh bescherte uns traumhafte Sichten auf den Sonnenaufgang. Der Tag konnte nur gut werden, aber ganz sicher auch sehr warm. Die Startnummer war schnell abgeholt, ein super Parkplatz in absoluter Start- und Zielnähe ergattert. Wir hatten noch etwas Zeit, um uns den netten Hafen anzuschauen und auch ein Geocache „wollte“ noch geloggt werden. Meine sonstigen Vorbereitungen bestanden nur noch aus dem Konsum eines FitRabbit-Tütchens, der Startnummermontage und dem Schuhtausch. Rudi packte sein MTB aus dem Auto aus und baute einen „Ultra Running Team“ – Supporter-Wimpel an! :mrgreen: Bekannte von Rudi kamen zufällig vorbei und wir erzählten bis wir zum Start konnten bzw. mussten.

 

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Die ersten Kilometern führten über Straßen und Radwege. Dann ging es für längere Zeit in den Wald. Hier hatte sich das Feld bereits sortiert, es gab bis auf eine Ausnahme keine wüsten Überholmanöver. Nur eine Läuferin nervte das Feld mit ständigen Pinkelpausen, um sich dann wieder durch die Grüppchen vorwärts zu arbeiten. 🙁 Nach gefühlten 20 Pausen, war sie endlich nicht mehr in meiner Nähe. Mein Tempo war sehr konstant, ganz nach Plan. Es gab jedoch unerwartet viele Auf- und Abstiege, nicht schlimm dafür zahlreich. Das merkte ich dann auch früher als gedacht.

Die vielen Verpflegungspunkte waren gut bestückt. Ich freute mich auf den angebotenen Haferschleim! Leider wurde ich da total enttäuscht, hier muss das Orga-Team wohl mal zum Rennsteiglauf fahren und sich das erklären lassen! Wasser und Klümpchen schwammen im Becher, das ging gar nicht. Wasser, Cola, Iso, Bananen und Äpfel wurden angeboten, aber auch ab und an Melone – das war richtig gut. Neben den großen Versorgungsstellen, die immer auch Staffelwechselpunkte waren, gab es noch viele kleinere Stellen. Diese wurden bei dem tollen Wetter aber auch benötigt. Überall waren nette Helfer anwesend – ein großer Dank dafür!

 

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Bis Kilometer 33 verlief mein Rennen ganz nach Vorstellung. Dann rutschte ich in ein Tief, warum kann ich jetzt nicht mehr nachvollziehen. Aber das für die Strecke hohe Anfangstempo spielte sicher eine große Rolle. Ich musste einige Gehpausen einlegen, kam aber die nächsten 3-4 Kilometer nicht so richtig wieder in Fahrt. Rudi ermunterte mich so gut es ging, der entscheidende Punkt, war jedoch sein Drängen, ich solle mich doch an einen mich gerade überholenden Läufer ranhängen. Dies tat ich dann auch und die Abwechslung im Gespräch mit dem „Kollegen“ brachte mich wieder ins Rennen zurück. Von da an folgten noch viele Geh- und Versorgungspausen, aber ich fand immer sofort ins alte Tempo zurück!

 

Die Strecke ist sehr abwechslungsreich. Anfangs der ausgedehnte Wald, dann folgten Sumpflandschaften, Radwege neben Straßen, Dorfstraßen mit Kopfsteinpflaster, Feldwege, Rasengittersteine im Uferbereich und und und… Das war nicht ohne! 🙂 Die Kilometer zogen dahin. Mir ging es gut, Rudi beklagte sich auch nicht – alles GUT! Fahrend hielt er Jule daheim auf dem neuesten Stand: heimlich wurden Nachrichten und Bilder versandt! Nebenbei erhielt ich Aufmunterung (nicht das ich die nötig hatte 😉 ), oder Hinweise zu schnellen Staffelläufern, die immer mal wieder vorbeizogen. Mich stört sowas aber nicht, ich hatte meinen Lauf und die ihren.

 

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Die letzten 10 Kilometer brachen an. Dann der letzte Staffelwechselpunkt. Ich war nach einer weiteren „Ladung“ FitRabbit und 2 Gels (natürlich nicht auf einmal und nicht jetzt erst!) ganz gut dabei, so dass ich verkündete: „Ich lasse mich jetzt nur noch von Staffelleuten überholen, kein anderer Ultra kommt jetzt mehr an mir vorbei!“ 🙂 Rudi schmetterte gleich ein „DEAL!“ – es galt jetzt!! Oha!

Ich wurde jetzt nicht unbedingt wieder schneller im Laufen, aber die Pausen wurden kürzer und weniger. Der Kopf hatte seine Aufgabe, die Beine mussten es erledigen. Und tatsächlich, es funktionierte. Ich überholte selbst noch einige Läufer, auch einen netten Berliner, mit dem ich anfangs längere Zeit zusammen gelaufen bin. Ca. 3,5 Kilometer vor dem Ziel machte sich Rudi auf und fuhr ins Ziel vor. Die letzten Kilometer sollten mir allein gehören und er wollte mich im Ziel erwarten. Auch hier sog ich mich zweimal an zwei Läuferpaare heran und ließ sie hinter mir. Ein tolles Gefühl nach über 72 Kilometern!

 

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Den abgesperrten Zielkanal hatte ich für mich allein. Keine Staffelläufer waren in diesem Moment vor mir. Ich genoss die letzten Meter! Rudi war mit dem Foto parat, auch offiziell gab es eine Fotografin. Lächeln, „Daumen hoch!“, geschafft! Ich war/bin jetzt Müritzumrunder! 🙂

 

2 Replies to “Müritzumrunder!”

  1. Herzlichen Glückwunsch! Wow!

    Toller Beitrag mit einer schönen Zusammenfassung. Wollte ja in einer Staffel laufen, aber leider fiel die aus. Nun weiß ich ja ein wenig bescheid, was den Lauf angeht. Aber die volle Runde, Hammer! Klasse Leistung.

    1. Danke Nadin für die Glückwünsche! Ich hatte Frank vorher noch angeschrieben, nachdem es erstaunlich ruhig um die Staffeln geworden war. Sonst wäre es ja ein größeres Treffen gewesen, schade.

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