Hart und schön: der 41. Rennsteiglauf

 

Nach meiner ersten Teilnahme im letzten Jahr nutzten wir die Voranmeldefrist zum diesjährigen Lauf. Die Ferienwohnung wurde gleich wieder gebucht, und die Startplätze gesichert. Jule musste leider dann doch wieder krankheitsbedingt vom Start zurücktreten. Dafür kamen Petra und Rudi mit nach Oberhof. Während Petra und Jule den Support übernahmen, war Rudi für den Halbmarathon gemeldet. Am Freitag war allgemeine Anreise und abends gab es selbstgemachte Pizza. Lecker!

Wir hatten uns ja schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen, so gab es entsprechend viel zu erzählen. Die Zeit verflog und es kam keine Müdigkeit auf. Naja, der Schlaf in der letzten Nacht vor dem Wettkampf ist sowieso nicht mehr so wichtig. Mir mussten also etwa 3,5 Stunden reichen. Und taten es auch, ich war bereits vor dem Wecker wach… 🙂 Dieser schickte mich um 3.00 Uhr in meinen Wettkampftag. Nach zwei Tassen Kaffee und einer Schale Müsli machte ich mich mit guten Wünschen von Jule und Rudi auf den Weg zum Bus nach Eisenach. Glücklicherweise war dieser bereits am Busbahnhof und wir Läufer konnten einsteigen, denn 2 – 3 °C verleiteten nicht unbedingt zum Warten im Freien.

 

RSL #1

 

In Eisenach angekommen musste ich noch meine Startnummer abholen. Dies ging schnell, einen Becher warmen Tee noch dazu und die letzten Handgriffe vor dem Start erledigt. Ein paar bekannte Gesichter sah ich, ein paar nette Worte noch und dann ging es auf die Strecke! Ich hatte diesmal keine Verabredung zum gemeinsamen Lauf, ich ließ mich erstmal treiben und war mir sicher, dass sich schon eine Gelegenheit ergeben würde.

 

RSL #2

 

Die Strecke war anfangs sehr schlammig, die üblichen Warteschlangen bildeten sich an den schmalen Anstiegen. Das Tempo war mir völlig egal, zu schnell beginnen wollte ich auf keinen Fall. Nach 3 oder 4 Kilometern liefen vor mir zwei Läufer, die sich gerade zusammen finden wollten, um die weitere Strecke gemeinsam zu bestreiten. Das Tempo passte gut, so klinkte ich mich mit ein. Es waren Raoul, mit bereits zwei Teilnahmen am Supermarathon und Frank als Novize hier auf dieser Strecke. Gemeinsam ging es dann erst mal weiter. Uns war klar, dass noch viel passieren wird, und es keine feste Verabredung sein konnte. Wenn man sein Tempo gefunden hatte, sah man doch immer wieder dieselben Leute vor, neben oder hinter einem selbst laufen. So war dann auch Frank mal etwas voraus, dann wieder hintendran. Letztlich verabschiedete er sich und lief allein weiter. So waren wir zu zweit, aber gewillt das Ding jetzt gemeinsam zu bestreiten. Wir plauderten über alles mögliche, es wurde nicht langweilig und die Kilometer verstrichen. Einig waren wir uns über unsere Finisherzeit, zwischen 9 und 10 Stunden war das Ziel. Auch waren wir uns einig, nicht ständig auf die Zwischenzeiten zu achten. Auf der Ebertswiese (Km 37,4)  sollte das erste Fazit gezogen werden. 😉

 

 RSL #6

 

Raoul und ich passten wirklich gut zueinander. Wir entwickelten eine schöne Taktik, wir suchten uns immer stetig kleine Zwischenziele, von denen aus vom „Lauf-“ in den „Geh-Modus“, oder umgekehrt geschalten wurde. 😉 Es machte einfach Spaß. Ich hatte einen tollen Begleiter! So ließen sich die Tiefpunkte besser bewältigen, denn die kamen natürlich auch. Besser gesagt hatte ich nur eine „richtige“ Krise, die aber ca. von Kilometer 40-50… Da war dann Raoul zur Stelle und auch die Annäherung zum VP „Grenzadler“ spielte mir entgegen. Ab dem 50er-Schild ging es mir wirklich wieder gut. „Nur noch einen Halbmarathon, den läufst du doch sonst jedes Wochenende!“ sagte ich mir. 😉 Jetzt war ich der Motivator in unserem Team!

 

RSL #3

 

Die Schilder mit den Kilometerangaben stehen ja nur im alle 5 km, gefühlt waren es aber manchmal fast doppelt so viele. Irgendwann kam dann die Stelle am Skilift, wo man den tollen Blick auf Schmiedefeld hat. Dies beflügelte mich noch einmal richtig! Die leicht abfallende Strecke und das nahe Ziel ließen mich die vorherigen Kilometer vergessen und die Schritte wurden wieder länger und schneller! Dann die letzte Straßenquerung, und wer steht da rum und sieht mich nicht? Genau, Rudi!! Er hatte sich hierher begeben und hielt nach mir Ausschau. Klasse, das hatte ich nicht erwartet! Noch dazu schloss er sich uns an, und lief die letzten beiden Kilometer gemeinsam mit uns! 🙂 Rudi berichtete nun schon von seinem Rennen, von Petra und Jule, vom Verkehrschaos und und und… Plötzlich waren wir auch schon unter dem Bogen, der das schönste Ziel der Welt verkündete und gleichzeitig die letzten 1086 Meter einläutete. Die Zielgerade begann, Jule und Petra warteten, Raouls Vater war da, wir wurden herzlich empfangen. Fototime! Gemeinsam, wie auf den vergangenen 70 Kilometern, ging es über die Ziellinie!

 

RSL #4

 

Nach den vielen Stunden bei teilweise sonnigem, maximal aber bewölktem Himmel, zogen jetzt dicke Regenwolken auf. Den Kleiderbeutel hatte der Vater von meinem Laufbegleiter bereits geholt, um das Bier und anschließend um das Auto kümmerte sich Rudi! Mir blieb nur noch, mich nach dem Finisher-Shirt in der Warteschlange anzustellen. Petra und Jule leisteten mir Gesellschaft. Der Himmel öffnete jetzt den ganz großen Hahn. Starker Regen begleitete uns auf dem Weg zum Auto und zurück nach Oberhof. Puh, nochmal auf der Strecke richtiges Glück gehabt!

Nach einer ausgiebigen Dusche und einem Pott Kaffee ging es dann zum „Italiener unseres Vertrauens“, Petra und Rudi schon in „Schwarz-Gelb“ – es stand ja noch das Championsleague-Finale an. Ausgewertet und gefeiert wurde dann ausgiebig… Am Sonntag gab es noch ein sehr entspanntes und ausgiebiges Frühstück, bevor wir uns dann auch wieder verabschieden mussten. Es war ein tolles Wochenende!

 

RSL #5

 

Ich möchte an dieser Stelle noch meinen Dank aussprechen:

  • an die Organisatoren und Helfer des RSL – es hat wieder alles super geklappt!
  • an Raoul – für die kurzweiligen Stunden beim Lauf, wer weiß, vielleicht passt es ja wieder einmal!
  • an Rudi – du bist ein echter TYP!
  • und natürlich an Petra und Jule – für den Support und das Aushalten der vielen kalten Stunden!

Mein persönliches Fazit fällt wieder sehr einfach aus. Ein einmaliger Lauf, tolle Atmosphäre, nette Leute und wieder mehr Kalorien aufgenommen als verbrannt. 😉

 

 

 

 

2 Replies to “Hart und schön: der 41. Rennsteiglauf”

  1. Ein wirklich toller Bericht, von einem wirklich tollen Lauf!!!!
    Viele sportliche Grüße,
    Raoul

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