Vom Gletscher in die Stadt

… so lautet das Motto des Gletschermarathon Pitztal / Imst. Gleich vorne weg, vom Gletscher sieht man sehr wenig, aber die wahrgenommene Umgebung ist nicht minder grandios!

Der 01. Juli 2012, eine Woche Urlaub ist vorbei, heute war der große „Lauftag“. Mindestens einen größeren Lauf im Jahr möchten wir im Ausland bestreiten, heute war es wieder soweit.

 

Gletscher #1

 

Dieser Gletschermarathon ist schon etwas Besonderes. Der Start erfolgt in Mandarfen am Fuße des Pitztaler Gletschers auf einer Höhe von ca. 1675m ü.N.. Zuerst geht es etwa 2km aufwärts, bevor der überwiegende Teil des Laufes danach nur bergab, bis auf 790m ü.N. nach Imst verläuft. Zwei längere Anstiege bei Kilometer 25 und 30 „würzen“ den Verlauf, und die finalen letzten Kilometer müssen sich natürlich auch wieder mit positiven Profil auszeichnen… Kurz gesagt, ich war gespannt!

 

Gletscher #2

Wir hatten eine kurze Nacht, da der Wecker bereits um 4.15 Uhr klingelte! Eine Anfahrt von 60 Kilometern ist ja eigentlich nicht der Rede wert, aber hier in den Tiroler Hochalpentälern muss man sich schon etwas mehr Zeit nehmen. Mein Shuttle-Bus zum Start fuhr um 6.45 Uhr. Das klappte alles wirklich super: Anfahrt, Sitzplatz im Bus, netten Sitznachbar und schon mal die Ansicht der Strecke. Denn diese Route sollten wir dann später wieder zurück laufen…

Start pünktlich um 8.30 Uhr und die 230 Läufer und 15 Staffeln sezten sich in Bewegung. Also erstmal gaaaanz locker anlaufen, es sollte ja gleich aufwärts gehen. Und klar, nach ca. 500m holte mich mein „Flachland-Training“ ein. Puls stieg, ich wollte aber auch nicht der Erste sein, der zu gehen anfängt. Eeeendlich erreichte ich einen Mitläufer und schloss mich dem „Power-Walking“ an – ja ich gebe es zu, ich wäre gern durchgelaufen! 🙁 Aber die Strecke war noch lang, meine Beine schrien mich aber jetzt schon an. Und dann, ja dann ging es abwärts! Gleich mal mehrere Kilometer nur bergab, mal stärker, mal weniger stark. Es folgten auch ein paar fast ebene Kilometer, die waren aber eher selten.

 

Gletscher #3

 

Nach 5 bis 6 Kilometern hatte ich einen guten Rhythmus gefunden, die Strecke war sehr abwechslungsreich. Man konnte nie weiter als 300 – 400 Meter sehen, ständige Kurven und Schlenker. Aber auch die Beine machten sich bald bemerkbar, das würde noch hart werden.

Absolut positiv fiel mir die komplette Durchführung des Laufes auf. Es gab sehr viele Verpflegungspunkte mit Wasser, Iso, Bananen, später auch Cola und Red Bull! Überall waren Ordner postiert, man konnte sich nicht verlaufen. Und dann gab es da noch etliche Wasserschläuche, Duschvorrichtungen oder gut platzierte Rasensprenger. Und dies wurde richtig nützlich! Denn das Wetter kann der Veranstalter ja nicht beeinflussen. Klar, der 01. Juli bedeutet Sommer – aber hier in den Bergen ist solche Hitze, wie sie heute herrschte, doch eher ungewöhnlich. Mein Start erfolgte noch bei 18°C, vollkommen okay. Aber dann ging es rasant aufwärts und die zweite Hälfte des Laufs lag leider auch komplett in der Sonne. Im Ziel waren es dann 32°C. Da schmeckte das kühle Erdinger-Alkoholfrei umso besser… 😉

 

Gletscher #4

 

Wie schon geschrieben, war es eine kurzweilige Strecke. Ich merkte meine Muskeln in den Beinen bald sehr deutlich, aber das gehört dazu und schmälerte den Spaß am Lauf nicht. Einige Bilder von der Strecke fotografierte ich und ansonsten versuchte ich, einfach nur die Ausblicke zu genießen. An den Anstiegen wechselte ich konsequent in den „Walking-Modus“, es wäre auch anders gar nicht möglich gewesen.

 

Gletscher #5

 

Bei Kilometer 35 schaute ich erstmals auf meine Zeit. Vorher hatte ich nur ab und an die aktuelle Pace gecheckt, ich wollte ja genießen und mich nicht unter Druck setzen. Dann passierte es aber doch: 35km geschafft und noch 40 Minuten Zeit bis zur ominösen 4h-Marke. Das sollte doch machbar sein, sieht doch auch schöner aus, oder? Also doch etwas mehr Druck und öfter die Kontrolle der Uhr. Ich war gut dabei, einige Läufer holte ich noch ein, ich hatte scheinbar noch Reserven. Und dann kamen die finalen ansteigenden Kilometer. Die sind nicht wirklich schlimm, aber mit den vorherigen in Summe dann doch richtig nervig – für einen „Flachland-Tiroler“ 😉 ! Okay, ich korrigierte nochmal auf 4:05h und lief nach 4:04:43 lächelnd ins Ziel. :mrgreen:

 

2 Replies to “Vom Gletscher in die Stadt”

  1. Glückwunsch, Heiko! Mit den Bildern von der tollen Landschaft kann man sich so richtig reinversetzen! Die 4 h sind da doch eher sekundär! Bei den Temperaturen und den doch kräftezehrenden Anstiegen eine tolle Leistung! Glückwunsch natürlich auch an Juliane!

    1. Danke Fred, klar die Zeit war nicht das Wichtigste. Es gibt soviele tolle Läufe hier, da fällt die Auswahl schwer. Eine Wiederholung bei läuferfreundlicheren Temperaturen könnte uns jedenfalls gefallen. 🙂

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