Drittelmarathon in Potsdam

 

Der rbb-Lauf

Ende April, zur Zeit der meisten Frühjahrsmarathons findet in Potsdam ein besonderer Lauf statt: der einzige Drittelmarathon Deutschlands. Es werden also genau 14,065 Kilometer gelaufen. Start und Ziel ist die Glienicker Brücke, berühmt durch die Agentenaustausche zwischen Ost und West zur Zeit des Kalten Krieges. Soweit zur Geschichte… Davon war gestern aber natürlich nichts mehr zu spüren. 😉

Die Strecke führt zum größten Teil durch Potsdam und Babelsberg, aber die letzten Kilometer werden auf Berliner Stadtgebiet gelaufen. Jule wollte diesen Lauf schon vor zwei Jahren angehen, aber mein Start beim Hamburg Marathon 2010 verhinderte dies, letztes Jahr dann der Darß Marathon. Also wurde die Saisonplanung für 2012 etwas genauer kontrolliert und justiert. Unsere Startunterlagen konnten wir sehr bequem schon auf der Halbmarathon-Messe in Berlin mitnehmen. Dieses Jahr sollte es also klappen!

Tja und dann kamen die Viren! 🙁 Abwechselnd hatten wir mit Problemen und einhergehender trainingsfreien Zeit zu kämpfen. Jule musste nun vernünftigerweise wieder auf ihren Start verzichten. Aber nächstes Jahr zum 10. Jubiläum klappt es sicher!

 

RBB-Bus

 

Mein Training der letzten Wochen war auch etwas außerhalb des Plans, bedingt durch den Virus und eines kurzen Rückfalls, hatte ich etwas Rückstand in meiner Rennsteig-Vorbereitung. Der Coach war wieder einmal gefordert und musste sich etwas einfallen lassen. Aber genau für solche Fälle hat man ja einen guten Coach, der bastelt einem einen Trainingsplan, der dann passt. 🙂 So stand mir ein ungewöhnliches Wochenende bevor. Ich hatte insgesamt 4 Einheiten im Plan, jeweils morgens und abends. Der Drittelmarathon fügte sich demnach als Training Nummer 3 ein. Zu allem Überfluss wollte Jule am Samstag Abend noch ins Konzert, durch puren Zufall auch in Potsdam! Die Frage war nun: fahren oder Hotelzimmer? Wir entschieden uns zu fahren, wollte doch auch eine Freundin dabei sein.

Und so kam wieder eine neue Variable ins Spiel. Meinen Morgenlauf habe ich vor dem Frühstück erledigt und auch direkt Brötchen vom Bäcker mitgebracht. Sollte ich nun noch am Nachmittag laufen, oder (da ich nicht mit ins Konzert wollte) erst in Potsdam die Zeit dafür nutzen? Eigentlich wollte ich ja ein paar Geocaches suchen… Naja, es wurde dann eine schöne Kombination aus Beidem. Ich trabte meine 15 Kilometer durch den Babelsberger Park bzw. den Neuen Garten und loggte noch zwei Caches „nebenbei“. :mrgreen: Über die Glienicker Brücke bin ich auch schon einmal gelaufen und ein kurzer Teil der Strecke kam mir ebenfalls schon unter die Füße…

 

Agententausch

 

Nach knapp 5 Stunden Schlaf klingelte uns am Sonntag der Wecker aus dem Bett. Ich fühlte mich gut, die Kombination von Konzert + wenig Schlaf + Wettkampf funktioniert erstaunlich gut. Das war ja auch schon beim Eldelauf so. 😉 In Ruhe gefrühstückt, dann ging es die ca. 45 Minuten Fahrt nach Potsdam. Wir fanden einen super Parkplatz und hatten dadurch jede Menge Zeit. Um 9.00 Uhr wollten wir uns mit einigen Freunden treffen. Durch Jule´s „Nichtstart“ konnten wir die Hunde mitnehmen. Während ich mich im Neuen Garten einlief, ging Jule mit den beiden auf Tour. Wir trafen unsere Leute, quatschten und die Zeit verging wieder bis zum Start. Für mich zählte in erster Linie ein gutes gleichmäßiges Tempo, eine PB auf dieser ungewöhnlichen Streckenlänge wurde es sowieso. 😉

 

Drittelmarathon Startbereich

 

Punkt 10.00 Uhr wurde der Lauf gestartet. Als Organisator und Namensgeber war der rbb (Rundfunk Berlin Brandenburg) natürlich ordentlich präsent. Ich reihte mich nicht allzu weit vorn ein und konnte damit gleich ein gutes Tempo finden, ohne die Hektik der „Hakenschlager“. Alle zwei Kilometer kontrollierte ich meine Pace, sie blieb wie gewünscht schön konstant. Der Frühsommer-Einbruch war heute aber ein Thema, ich nahm mir selbst bei dieser kurzen Strecke zweimal Wasser und nicht nur für den Kopf. Normalerweise hätte ich die Stände links liegen gelassen. Die erste Hälfte der Strecke führt durch die Altstadt samt Einkaufsmeile, am Schloss-Neubau und vielen historischen Gebäuden vorbei. Richtig schön. Dann kommt ein etwas längeres Stück durch Babelsberg, welches auch in jeder anderen Vorstadt hätte sein können. Es zog sich, und gefühlt ging es auch „nur bergauf“… Zum Schluss ist man aber wieder in Wassernähe und es wird nochmal richtig toll. Der Einlauf ins Ziel auf der Glienicker Brücke ist schon etwas ganz besonderes.

Nach kurzer Verschnauf- und Verpflegungspause ging es ans Auslaufen. Der Coach hatte eine klare Ansage gemacht, diesmal wollte ich sie auch unbedingt erfüllen. Ich brauche schließlich noch ein paar Kilometer. Also nochmals für 4 Kilometer durch den Neuen Garten, da kenne ich mich jetzt aus. 😉 Vorbei am „Cecilienhof“, zwischen Unmengen an japanischen und russischen Touristen hindurch, schaute ich mich schon einmal nach dem „After-Run“-Treffpunkt um. Am Rande des Neuen Gartens liegt die Meierei, eine Gasthausbrauerei. Hier trafen wir uns dann anschließend wieder mit den anderen und ließen den Lauf Revue passieren. Ach ja, so macht´s Spaß!

 

Meierei

 

Wieder in Neuruppin stand abends noch die letzte Einheit an. Regenerative 15 Kilometer sollten es nochmal werden. Bei sommerlichen Temperaturen und der „Vorgeschichte“, lief es aber erstaunlich gut. Alles zusammen waren es damit am Sonnabend und Sonntag 74km – ein wohl länger bestehender „Rekord“.

Mein Fazit zum Drittelmarathon: Organisation, Verpflegung und Gefühl stimmen hier, ich komme gern wieder – und dann auch mit Jule am Start!

5 Replies to “Drittelmarathon in Potsdam”

  1. Glückwunsch Heiko, zur neuen PB und auch zum Rekord – an zwei Tagen 74 km – einfach Wahnsinn! Du bist demnach bestens für den Rennsteiglauf vorbereitet! Im Norden (Warnemünde und HH) war es wohl doch nicht ganz so warm wie bei euch in Potsdam.
    LG und bis bald!
    Fred

  2. Danke Fred, aber PB war ja kein Kunststück. 😉 Ein paar Kilometer sind´s noch bis zum Rennsteig.
    Über das Wetter können wir uns nicht beklagen, richtiges Sommerwetter ist hier momentan. Aber eigentlich schon wieder zu warm…
    Bis Freitag dann!

  3. Hallo Heiko,
    für mich sind 74 Kilometer an einem Tag und bei dieser Witterung eine unvorstellbare Leistung.
    Herzlichen Glückwunsch
    Monika

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