Wo waren die „Sprintefixe“?

 

Hier folgt nun meine Schilderung des heutigen Tages. Jule hat es ja schon beschrieben, als „Ersatz“ für den Citylauf in Dresden geplant, entdeckten wir hier eine superschöne Veranstaltung, die auch nur eine Autostunde von uns entfernt ist. Im „Begeisterungstaumel“ überlege ich sogar im nächsten Jahr doch Dresden gleich gegen einen Start hier „einzutauschen“. 😉 Aber warten wir es ab.

Vier Stunden Schlaf in der letzten Nacht mussten reichen, aber ich fühlte mich fit. Das Wetter war nun leider nicht ganz nach meiner „Kleiderwahl“ – ich hatte mich nicht auf 2°C am Start eingestellt. Also blieben Jeans & Co. so lange wie möglich an. Das Organisatorische war schnell und einfach erledigt, netter Umgangston und durchdachte Lösungen. Ich hielt meine Augen offen, wir wollten doch die „Sprintefixe“ Gudrun und Fred überraschen. Fred ist hier im letzten Jahr auch schon gestartet und stand auf der Meldeliste. Auch wenige Minuten vor dem Start war nix vom „Berli“ aus Rostock (Citroen Berlingo) auf dem Parkfeld zu sehen, schade! Ich wollte doch einen ruhigen Halbmarathon mit Fred gemeinsam laufen. Der Plan ging nun also nicht auf.

 

Eldelauf #2

 

Der Start war pünktlich, das gemeinsame Feld der Halbmarathonis und 10km-Läufer setzte sich geruhsam in Bewegung. Das kam meiner Rennplanung natürlich entgegen, es gab keine wilde Raserei. Kurz hinter dem Start erkannte ich unseren „Parkplatznachbarn“ wieder, er hatte scheinbar ein ähnliches Tempo vor. Auf dem ersten Kilometer lief ich neben ihn, und fragte ob wir nicht gemeinsam die Strecke angehen wollen. „Ja klar, sehr gern!“ – und wir begannen zu plaudern… Hatte ich einen „Ersatz-Laufpartner“ gefunden? Es kristallisierte sich die gleiche Gelassenheit bezüglich der Ziele heute heraus, und wir harmonierten wirklich fantastisch! Schneller als geplant, aber viel lockerer als gedacht verflogen die Kilometer. Immer wieder plauderten wir über verschiedene Läufe, es war sehr kurzweilig. Das aufklarende Wetter zauberte gleichsam immer mehr Farbe in die tolle Naturlandschaft, hach war das schön! 🙂

Zwei oder drei Läufer überholten uns, aber auch wir konnten einige  einsammeln. Mein Laufpartner kündigte mir an, dass er sich bei ca. Km 18 oder 19 die Schuhe ausziehen werde, um die verbleibende Strecke barfuß zu laufen. Okay, dachte ich… Er sah es genauso:  ein Spleen eben. 😉 Irgendwann war der Punkt dann auch gekommen, wir hatten uns gerade nochmals an einen Läufer vor uns herangearbeitet, als er mir die Hand hinhielt zum Abklatschen, sich bedankte und mir zurief, dass ich noch genügend Zeit hätte den anderen Läufer zu schlucken, er wolle nun barfuß weiter. Ich blieb dem Tempo treu und holte nun beständig weiter auf.

 

 

Die Markierung für den letzten Kilometer kam in Sicht, ich war nun vollends auf den Konkurrenten aufgelaufen. Und dann war es wie am Gummiband: ich ein oder zwei Meter vor, zog er wieder an und vorbei. Dieses Spiel wiederholte sich einige Male. Dann kam ein Anstieg zu einer Brücke, dieser brachte mir die gewünschte Entscheidung. Ich setzte mich ab und zog dem Ziel entgegen. Auf den letzten zweihundert Metern hörte ich dann doch nochmal ganz dicht die Schritte „meines“ Konkurrenten – sooo nicht! Mir kamen Erinnerungen an den Burgwall-Lauf 2011 und ich setzte erfolgreich einen Schlussspurt. 😀 Hinter der Ziellinie klatschten wir pustend, aber lachend ab…

 

 

Kurze Zeit später war der „Barfußläufer“ im Ziel, und auch Jule hatte mich schon erblickt. Sie machte von uns noch ein Foto, bevor wir uns von unseren „unterschiedlichen“ Läufen berichteten. Wir waren und sind beide mehr als zufrieden. Eine gute Zeit auf anspruchsvoller Strecke, nette Leute und jede Menge Spaß, was will man mehr!? Wir werden sicherlich hier wieder starten.

Mehr Bilder gibt es hier!

 

(Bei der Nachbereitung am heimischen Rechner fiel mir doch eine „Gemeinheit“ auf: meine neue AK ist stark, sehr stark. 😉 Ich wurde Gesamt-Männer Platz 26 und in der AK Platz 10!!! Das gibt´s doch wohl nicht…)

 

3 Replies to “Wo waren die „Sprintefixe“?”

  1. Gute Frage, wo waren denn die Sprintefixe… Ganz einfach zu Hause. Fred hatte sich auch schon selber geärgert, aber was solls. Bei Verletzungspech kann man halt nichts machen. Wir hatten am Abend vorher noch ein ganz kleines, langsames Läufchen (5 km) zwecks Entscheidungsfindung gemacht. Das gab für Fred dann den letzten Ausschlag, dann doch lieber nicht zu starten. Auf einen gemeinsamen Lauf mit Dir hätte er sich sehr gefreut.Hoffen, dass es bis Berlin wieder einigermaßen geht.

  2. Das ist ja wirklich Schade und ärgert mich jetzt doppelt! Leider ist bei mir momentan nur gemächliches Laufen unter noch recht heftigen Schmerzwn möglich. Ich bin zwar noch Sonntags in aller Frühe aufgestanden, habe dann aber doch lieber auf den Start verzichtet! Hoffe das ich am kommenden Sonntag in Berlin laufen kann!
    Hätten wir geahnt das ihr nach Damm kommt, so wären wir zumindest zum anfeuern gekommen 😉 !

    1. Ich drücke dir die Daumen, dass bis zum Sonntag die Schmerzen verschwunden sind. Siehst du, es stimmt wieder einmal: „wie man es macht, macht man es verkehrt!“ – ohne Überraschungsfaktor hätten wir uns gesehen…

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