Panda, Gorilla und Co

Ich fühl´mich wohl bei diesem Lauf. Es ist zwar Berlin, aber doch irgendwie familiär. Zum vierten Mal fand er statt, zum vierten Mal war ich dabei. Beim asics GRAND 10 Berlin. Ein 10 Kilometer Lauf im Herzen von Berlin, am 9.10.2011.

 

Streckenverlauf

 

Irgendwie waren wir an dem Vormittag zu spät von zu Hause losgefahren. Der Startschuss sollte erst um 12.00Uhr fallen. Eine trügerische Sicherheit. Die Parkplätze um das Schloss Charlottenburg sind schließlich auch nicht gerade dicht gesät. Irgendwie fand sich dann noch einer, eigentlich zu schmal für unser doch recht langes Auto. Heiko´s Millimeterarbeit sozusagen.

Das Handy klingelte. Wir waren mit verschiedenen Leuten verabredet, die wir alle finden wollten. Oder sie uns. Egal. Nur noch schlappe 50min waren Zeit bis zum Start. Viel zu kurz für meine Verhältnisse. Kleiderabgabe, eine förmlich kriechende Schlange am Dixieklo, Einlaufen, noch was trinken, zum Startblock finden, zur Ruhe kommen, noch mal durchatmen. Und den einen oder anderen begrüßen. Schlussendlich hat alles geklappt, nur Claudi war nicht zu finden. Trotz mehrerer Telefonate. Ich hatte es schließlich aufgegeben, hinterher wollten wir uns sowieso treffen. Nur noch drei Minuten, dann ging es los. Ein herrlicher, nicht zu  warmer Tag. Die Sonne strahlt. Wie machen das die Organisatoren nur, bestechen die den Wettergott? Im letzten Jahr war es nicht anders. Ideal für Bestzeiten auf dieser schnellen Strecke. Ich dreh mich mal kurz um. Das gibt’s doch nicht. Wer steht fast neben mir? Claudia mit Jörg. Sie hatte mich auch nicht gesehen. Da war dann doch noch alles gut ;-).

 

 

Ehe ich über die Startmatten laufen kann, vergehen fast vier Minuten. Ist doch ein recht großes Feld. Ca. 7000 Läufer. Kurz vor der Matte schert vor mir ein Läufer nach links aus, zum Rand. Warum?? Aha, Schuhe noch mal binden. Mich durchfährt es heiß. DAS hab ich ja ganz vergessen!!! Ich wollte doch noch den obligatorischen Doppelknoten binden. Oh nein. Bei meinem Pech halten die einfachen Knoten doch garantiert keine 10 Kilometer! Aber zum Anhalten konnte ich mich nicht entschließen, ich musste es drauf ankommen lassen.

Auf der Matte hatte ich natürlich meinen Garmin gestartet. Die eigene Zeitmessung gehört für mich dazu. Dachte ich. Nach ungefähr 500 Metern warf ich den ersten Blick auf mein Handgelenk… Was ist denn heute nur los?? Nach dem Einlaufen hatte ich das Gerät nicht gestoppt und resetet. Einfach vergessen. Schnell nachgeholt und neu gestartet. Die ersten Meter fehlten mir jetzt natürlich. … Obwohl es ja nun auch fast egal war.

 

Komischerweise verging die Zeit diesmal rasend schnell. Fix war die Siegessäule erreicht, dort rechts abgebogen, nach ca 1000m noch mal rechts und schon war der Zoo in Sicht.  Der Zoo ist das Nadelöhr der Strecke, eng und kurvig. Und wenn man Pech hat, hat man langsame Läufer vor sich, die sich Panda, Gorilla und Co anschauen wollen und plötzlich stehen bleiben, um schnell ein Foto zu schießen. Die Nashörner, Tiger und Polarfüchse schauten eher verwundert drein, was denn diese verrückten Menschen für ein Spektakel veranstalteten…  😉

Meinen Garmin habe ich jedenfalls ignoriert. Mir war klar, dass keine super Zeit rauskommen kann, mein Laufjahr war bisher alles andere als normal und ausgewogen. Ich konnte ´ne gefühlte Ewigkeit nur auf Sparflamme trainieren. Das wird nächste Saison wieder anders!

 

So schnell wie man in den Zoo reinläuft ist man auch schon wieder draussen und auf der Straße Richtung Gedächtniskirche. Dann zwei Mal abbiegen und die elendige Kantstraße ist bei km 6,5 erreicht. Die kann ich echt nicht leiden. Die ziiiiieht sich immer so eeeeewig hin. Erst kurz nach km 8 geht’s rechts ab Richtung Schloss Charlottenburg. Nun noch mal Gas geben. Irgendwie stottert mein Motor aber gerade. Augen zu und durch. Ich hab wohl die Augen zu sehr im Tunnelblick, als ich bei km 9 meinen Namen höre. „Juuuuuleeeee“. Die Stimme kenn ich doch?? Aha, der Coach und Hannes, na die hätte ich fast übersehen. Nun ist das Ziel in greifbarer Nähe und schließlich erreicht. Meine Zeit weiss ich ja nicht, das ärgert mich schon ein wenig. 64 Minuten? Ich wär zufrieden. Mein Gefühl hat sich mal wieder bestätigt, ich mag diesen Lauf, er ist so herrlich unkompliziert. Und- die Knoten haben gehalten!  😉

 

Hinterher sitzen wir noch beim Italiener am Platze, essen und trinken und klönen, mit befreundeten Runnern. Das macht wie immer Spaß. Und Pläne werden auch schon wieder geschmiedet. Der heimische Hubertuslauf Ende Oktober steht an und die Marathonstaffel in Berlin/Tempelhof, am 20.November. Achja und das Achim Achilles Comedy-Highlight „Sehnen lügen nicht“ am 19.11. in Oranienburg.

 

Martin, Gijs und Karsten beim Uhrenvergleich

 

Fazit: Fortsetzung folgt! 🙂

6 Replies to “Panda, Gorilla und Co”

  1. Ich mag den Lauf auch total! Und die Kantstraße ist echt sooo laaaang…kommt mir jedes mal unendlich vor!
    Hattest du ein grünes Shirt an? Ich glaube, dass ich dich im Startgetümmel gesehen habe. 🙂
    Liebe Grüße & viel Spaß bei den kommenden Läufen!

    1. Ja Grit, hatte ich. So richtig knallig hellgrün. Schade, warum hast du mich nicht angesprochen? Beim nächsten Mal, okay?? 🙂
      LG, Jule

      1. Ja dann warst du das tatsächlich! 🙂 Ich stand ganz rechts am Rand und habe dich nur „erahnen“ können. Aber nächstes Mal weiß ich dann ja, wie du aussiehst und werd mich zu dir durchkämpfen.

  2. Schade, schade, dass ich nicht debei sein konnte… Aber sicher im nächsten Jahr, deine Beschreibung hört sich wirklich sehr schön an!
    Keine Zeit vor dem Start finde ich auch immer schrecklich; die Nicht-Läufer verstehen häufig gar nicht, was man scheinbar Stunden vorher schon da will.
    Schickes Bild ihr mit euren Uhren!

    1. Ja, den Lauf musst du dir vormerken…
      Die Liste der noch zu erledigenden Dinge vor dem Lauf ist schließlich lang, das wissen die Nicht-Läufer eben nicht. Aber wir verstehen uns ja ;-).
      LG, Jule

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