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29. August 2011

Ein Highlight setzen!

von heiko — Kategorien: Halbmarathon, Leute, Wettkämpfe — Schlagwörter: , , , , , , 7 Kommentare
HM Generalprobe 2011

“Ein Highlight setzen!” – so stand es in meinem Klemmbrett der letzten Woche. Viele weitere motivierende Worte, ja Appelle an mich. Motivation und Last zugleich. Aber es hat alles funktioniert, ich konnte die eigenen Hoffnungen und Erwartungen erfĂĽllen – ein kleiner Höhepunkt ist es geworden. :-)

Warum geht es ĂĽberhaupt? Der “Sommer” ist vorĂĽber, die Herbstläufe benötigen ihre Vorbereitung. Letztes Jahr hatte ich einen Start beim Luzern-Marathon gewonnen. Dieser fand am letzten Oktober-Wochenende statt, meine Marathonvorbereitung begann daher auch erst recht spät. Anders in diesem Jahr. Der Berlin Marathon ist erklärter Herbsthöhepunkt und ich möchte die schnelle Strecke zu einer PB-Verbesserung ausnutzen. Da heiĂźt es also den Trainingsplan befolgen, eine gute Ausgangsposition schaffen. Auf dem Weg dahin bot sich die traditionelle 35. Berliner Generalprobe, oder jetzt unter neuem Namen, der 3.SportScheck Stadtlauf Berlin an. Und der war gestern, am 28.08.2011.

Den Marathon in Berlin wird fast das komplette Starterfeld des legendären Kasseler Weihnachts-Marathon (KSWM) laufen. Es bedurfte daher nicht viel Ăśberzeugungsarbeit um unseren Lauffreund Jens, seines Zeichens Chef des KSWM, einzuladen und das Wochenende gemeinsam zu verbringen. So konnten wir uns auch fĂĽr die groĂźartige Organisationsarbeit in Kassel revanchieren. Samstag reiste er an und wir verlebten einen entspannten Nachmittag und Abend mit reichlich “Carbo-Loading”.

Sonntag riss uns der Wecker kurz nach 5.00 Uhr aus dem Bett. Wir frĂĽhstĂĽckten vernĂĽnftig, um einen entsprechenden Energiehaushalt fĂĽr´s anstehende Rennen zu haben. ;-) Jens ist da noch gewissenhafter: mit allerlei gemixten Drinks hatte er sein Tun… Dann Abflug, meine Schwester eingesammelt und auf die Autobahn. Knapp eine Stunde Fahrt und wir waren viiiiiel zu frĂĽh, konnten uns dafĂĽr aber in aller Ruhe fĂĽr den geeigneten Parkplatz entscheiden. Die Startunterlagen bzw. obligatorischen Shirts hatten wir bereits seit Donnerstag. Ein paar Vorbereitungen noch, dann schlenderten wir zum Startbereich und peilten die Lage. Langsam fĂĽllte sich die “Arena”. Ich hielt nach Achim Achilles Ausschau, wir hatten uns locker ĂĽber Facebook zu einem gemeinsamen Rennen verabredet. Gleicher Coach, ähnliche Zielzeit, O-Ton AA: “…keine weibischen TreueschwĂĽre…” – könnte ja was werden.  Letztlich klappte ein Treffen vor dem Rennen doch nicht, es war einfach plötzlich viel zu voll. Während Jule, Gudrun und Jens  noch die ĂĽberflĂĽssigen Sachen ins Auto brachten, suchte ich mir stattdessen schon einen guten Startplatz. Ca. 15m hinter dem Startbogen ordnete ich mich ein. Es wurde stetig voller.

Nun begann die innere Einstimmung, ich war irgendwie entspannt, freute mich auf den Lauf. Der Startschuss fiel und es tat sich erstmal gar nichts. Dann, ganz langsam, setzten wir uns in Bewegung, die Matte, der Druck auf meinen FR610 und los ging es in die Doppelrunde. Nach 200 Metern stand Jens KarraĂź (der Coach) und wir klatschten kurz ab, super. :-) Der erste Kilometer in 4.35 viel zu schnell, der zweite nicht wesentlich langsamer! So geht das nicht, sagte ich mir. Der Coach hat dir doch ganz klare Ansagen ins Klemmbrett geschrieben! Nun halt dich auch daran! Laufe “Mit dem Herz in der Hand und nicht mit dem Garmin am Handgelenk” stand da geschrieben. Gut, ich mache das jetzt so. Kleiner Ausrutscher bei Kilometer 5, Durchschnittspace erspäht (4.40 – zu schnell!). Das passiert nicht noch einmal. Ab da lief ich mein Ding, ich hörte nur in mich und korrigierte mein Tempo nach oben oder unten. FĂĽr die Statistik drĂĽckte ich beim Ăśberlaufen der ersten Runde die Lap-Taste, aber keine optische Kontrolle. :-) Am Rande stand der Coach und rief mir zu: “Heiko – Arme hoch und ab geht´s jetzt!” Neue Motivation – toll! ;-)

 

Streckenverlauf

 

Kurz nach dem Start, zwischen Kilometer 1 und 3  bzw. Kilometer 11 und 13 gibt es einen langgezogenen Anstieg, davor graulte ich mich schon. Gut war, dass danach gleich ein Verpflegungsstand mit Wasser war. Dies war nun mein Ziel. Ich musste mein Tempo etwas nach unten anpassen, kam aber doch ganz gut voran. Das Schlimmste war geschafft! Zwei Schlucke Wasser und weiter ging die Jagd. Die abschĂĽssige Strecke und das Wasser brachten neuen Schwung. Ich fĂĽhlte die neue Bestzeit in greifbarer Nähe. Es lagen noch einige Kilometer vor mir, aber ich fĂĽhlte mich gut und auch endlich richtig im Rennen angekommen. Die Schritte wurden (gefĂĽhlt) weiter und flĂĽssiger. Derweil rief ich mir immer wieder die Worte aus dem Klemmbrett ins Gedächtnis: ” Wachse ĂĽber dich hinaus. Bereite den Marathon vor. Kein Meisterschaftsrennen auf Platz – nee auf persönlichen Rekord!”. Ich musste, ich wollte, ich konnte!?

Keine weiteren Sekunden an den Wasserständen verschenkt, es ging dem Ziel entgegen. Die Kilometer 20 und 21 wurden dann echt hart, aber der 21. war auch der schnellste Kilometer im Rennen. Endlich geschafft, den Zielbogen vor der SportScheck-Filiale durchlaufen. Zum Finisher-Lächeln hat es nicht gereicht, aber zum Stoppen meines Forerunners. ;-) Der Blick auf die offizielle Uhr zeigte eine 01:43:07 an, meine FR610 selbstgestoppte 01:42:46. Ich war happy, bedeutete beides doch eine neue deutliche Bestmarke! (Anmerkung: auch offiziell wurden es dann die 01:42:46)

Im Hinterzielbereich gab es ein groĂźes Treffen. Ich wurde vom bereits wartenden Karsten (aus der Feuerraeder-Staffel) entdeckt, dann kam auch Achim A. ins Ziel. Kurzer Austausch und gegenseitige GlĂĽckwĂĽnsche – wir waren wirklich sehr dicht aufeinander! Jule, die endlich wieder einen Wettkampf (den Viertel-Marathon) schmerzfrei gelaufen war, gesellte sich zu uns. Es trafen dann auch meine Schwester und Jens ein – wir hatten alle gefinisht und es ging allen gut. Perfekt! Der FlĂĽssigkeitshaushalt wurde ausgiebig aufgefĂĽllt, bevor wir uns trockene Sachen anzogen. Unsere persönlichen Höhen und Tiefen des Laufs schilderten wir uns anschlieĂźend ausgiebig in einem CafĂ©. Ein toller Wettkampf-Tag fand so langsam sein Ende…

 

Jule und Jens bei der Auswertung ;-)

 

Mein Fazit: eine wirklich gelungene “Generalprobe”. Die letzten drei Wochen bis zum Marathon stehen unter einem guten Vorzeichen. Ich konnte die Vorgaben des Coachs endlich einmal beherzigen und umsetzen. Nun noch ein “paar” Trainingskilometer  und der Marathon kann kommen!

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