Dauerlauf im Dauerregen

Wow, das war eine Nacht! Wir gehören zu den „Helden“ (Zitat JK), die am 30. Juli 2011 bei der Vattenfall City Night über den Ku´damm in Berlin geschwommen sind. Und das, ohne zu ertrinken! 😉

 

Heiko hat ja bereits ausführlich berichtet, was sich an dem besagten Abend ereignet hat. Ich will nun auch noch kurz meinen von ihm angekündigten Senf dazugeben. Auch deshalb, weil ich lange mit mir gerungen habe, ob ich überhaupt starten soll. Aber nachdem ich den letzten geplanten Fünf-Seen-Lauf in Schwerin vor genau vier Wochen schon platzen lassen musste sollte es dann doch sein.

 

Die letzten Wochen liefen sehr bescheiden für mich, richtiges Training war aufgrund von Schmerzen im Knie/der Wade so gut wie unmöglich. Ich konnte mich gar nicht mehr erinnern, wann ich mal 10km am Stück gelaufen war. Mein Orthopäde war mir leider keine große Hilfe bei meinen Problemen, er ist wohl doch eher auf die nicht-Sport-treibende Bevölkerungsgruppe spezialisiert.  🙁

Also musste die Jule sich selber was einfallen lassen.

Der Abend war gekommen, nur noch wenige Minuten bis zum Start. Startblöcke gabs in diesem Jahr; eine angepriesene Neuerung vom SCC. Na gut, ich hätte mich eh hinten eingereiht. Und-es-regnete… Ohne Aussicht auf Besserung. Aber es war ja auch schon halb neun. Ich riss mir also meinen Runners-Point-Sack-Regenschutz aus Plastik in dem herrlichen moosgrün vom Leib, das Feld musste sich ja in der nächsten Minute in Bewegung setzen, der Startschuss war schließlich schon längst gefallen. Hähä, denkste Puppe… Wir standen und warteten und standen und es regnete und regnete. Ich stand am Rand des Feldes, neben mir war ein Zuschauer der mich ansprach, was denn wohl los sei, ob etwa in Wellen gestartet wird?? Und es war tatsächlich so. Und ich war sauer. Es dauerte mehrere Minuten ehe es dann auch für uns losgehen sollte. Tolle Erfindung! War ja beim Halbmarathon im Frühjahr in Berlin schon so, aber da goss es nicht in Strömen sondern es brannte uns „nur“ die Sonne auf den Kopf. Aber da waren auch über 20.000 Teilnehmer, bei der City Nacht um die 5000.

 

Ich startete gemächlich, ich wollte schließlich einfach nur durchkommen, die Pace war eher nebensächlich. Es wurde ein Pfützenslalom. Ich hab später versucht, in der Mitte der Fahrbahn zu laufen, bin damit den Spurrillen möglichst ausgewichen. Ungefähr bei Kilometer 2,5 biegt das Läuferfeld vom Ku´damm rechts ab, Richtung Kantstraße. Kurz davor waren von hinten im lauter werdende Rufe und Lärm zu hören: „bitte die linke Seite freimachen!“ Was, kam da etwa schon der erste Läufer der Spitzengruppe?? Tatsächlich. Und in einem mega Tempo, mit einem Lächeln im Gesicht. Einfach toll!! Ich fing an zu brüllen und zu klatschen, um ihn anzufeuern und die Läufer rundherum taten es mir gleich. Das machte Spaß! Den mutmaßlichen Sieger so hautnah zu erleben. Egal, dass er uns im Prinzip schon überrundete. 😉

 

So spulte ich Kilometer um Kilometer ab, frühzeitig schon mit nassen Füßen. Mal war der Regen stärker, dann wieder schwächer. Die Getränkepunkte ließ ich liegen.  Leider war zu meiner Durchlaufzeit der von Heiko in seinem Beitrag benannte Motivationsplatz der Coaches  in Nähe Kilometer 5 bereits verwaist (oder war´n wir alle regenblind???) … 🙁 

Ich überholte und wurde selbst überholt, wie das eben so ist. Irgendwann empfand ich die Himmelsdusche sogar als angenehm. Kühlender Luxus von oben und von unten. Weil, mit der Zeit hatte ich so heiße Füße, dass ich absichtlich durch die Pfützen lief.

 

Leuchtender Stern

 

Und dann war er zu sehen, der Mercedes-Stern auf dem Dach es Europa Centers, das sichtbare Signal für mich, dass das Ziel nicht mehr weit ist. Viele Zuschauer standen nicht an der Strecke, aber einige machten Mut und feuerten an. Yeah und da war es, das Ziel. Und ich gab noch mal Gas, ein Zeichen dafür, dass ich nicht am Limit war. Egal, die Zielzeit war eh grottig, und mir war wichtig, dass ich doch tatsächlich und wahrhaftig ohne Schmerzen durchgekommen bin. 🙂

Darauf erstmal ein alkoholfreies Weizenbier! 😉  Und schnell zum Auto, denn es wurde langsam frisch, die nassen Klamotten mussten runter.

 

Der Abend klang wie im letzten Jahr gemütlich beim Treffen mit dem Coach und anderen jK Runnern im Irish Pub aus.

5 Replies to “Dauerlauf im Dauerregen”

  1. Ich gratuliere und zitiere: „…doch tatsächlich und wahrhaftig ohne Schmerzen durchgekommen..“ Das ist alles was zählt! Ich freue mich! Und bei dem Wetter hab ihr ja wenigstens die Dusche sparen können;-)

    1. Schön Pony, dann also eventuell bei der nächsten City Night :-)! Aber hoffe bitte nicht auf Regen, die vorhergehenden Jahre war wirklich echter Sommer (so wie es sein soll ;-)) an dem Tag…

      LG, Jule

  2. Hallo Juliane! Auch meinen Glückwunsch zur erfolgreichen – und vor allem schmerzfreien Start bei der Berliner City Nacht! Freut mich, dass es bei dir wieder aufwärts geht :-)! Hoffe, wir sehen uns beim Burgenlauf !

    LG Fred

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