Burgenlauf 2011 – oder wir laufen zurueck

Im Wettkampfkalender stand für heute der Burgenlauf. Die 11. Ausgabe führte von Burg Stargard nach Penzlin zur dortigen „Alten Burg“.

Aber halt, ich hatte doch 2010 schon am Burgenlauf teilgenommen. Da führte die Strecke aber genau umgekehrt. Die Lösung ist einfach, es wird jedes Jahr die Richtung getauscht, die Strecke ist identisch. Eine nette Abwechslung und jeder Läufer kann für sich die schönere Richtung finden, denn die zahlreichen Steigungen haben es in sich. Dazu aber später mehr.

Der Lauf findet in Mecklenburg-Vorpommern statt, also dem „Revier“ unserer Lauffreunde aus Rostock – der Familie „Sprintefix“. Verabredet waren wir schon seit dem Zieleinlauf 2010, denn auch damals waren wir gemeinsam am Start. So trafen wir uns auch heute wieder mit Gudrun, Jana und Fred. Letztes Jahr fuhren Jule und Gudrun die Strecke per Rad mit. In diesem Jahr wollte Jule sich diese Tortur nicht nochmal antun und kümmerte sich stattdessen um unsere Hunde, die so zum Wettkampfort mitkommen konnten. Gudrun war wieder als rasende Reporterin für ihren eigenen Webseitenservice und mittlerweile auch „ehrenhalber“ für den  Veranstalter unterwegs. Entsprechend wurden die „Sprintefixe“ auch überall empfangen! 😉

 

Letzter Schluck vor dem Start

 

Vor dem Start: wir fuhren gleich zum Zielort, nach Penzlin. Das Organisationbüro war schnell gefunden, die Startgebühr bezahlt und die Startnummer in Empfang genommen. Etwas Zeit blieb uns noch und so schlenderten wir noch gemeinsam zum späteren Ziel, der alten Burganlage. Dort wurde noch emsig aufgebaut. Jana und Fred trafen ein, sie hatten Gudrun mit Klapprad schon zum Start gebracht. Verabschiedung von Jule und den Hunden und wir anderen drei fuhren mit den Shuttle-Bussen nach Burg Stargard. Großes Lob hier, die Organisation ist sehr durchdacht und lässt keine Wünsche offen! Auf der dortigen Burg trafen wir noch ein paar Bekannte, auch ich kenne im Norden jetzt schon ein bis zwei Läufer. 🙂 Das Einlaufen fiel mal wieder aus, dafür reichte die Zeit einfach nicht mehr.

Der Start: nach einigen warnenden Worten zur Streckenbeschaffenheit, richtete sich der „Burgherr“ mit einigen Grußworten an uns. Er sollte dann auch den Startschuss abgeben. Doch was nun folgte, war kein Schuss, sondern ein ziemlich leises „Na,  nun geht´s los, ab!“. Die ersten Reihen bekamen es mit und der Haufen setzte sich in Bewegung. Wir auch und plötzlich kam doch noch ein Schuss… 😀 Der erste Teil führt über den historischen Messweg ziemlich steil bergab, hier ging es nur im „Gänsemarsch“ vorwärts. Sortiert wurde sich dann auf dem folgenden Straßenteil.

Der Lauf: gemeinsam mit Jana und Fred liefen sich die Kilometer schnell weg. Ich wunderte mich bei Kilometer 5, den hätte ich noch nicht erwartet 😉 Wir hatten ein gutes gleichmäßiges Tempo gefunden, das Wetter war heute auch angenehm – nach den Eskapaden der letzten Wochen! An den Verpflegungsständen nahmen wir uns die nötige Zeit und gemeinsam ging es weiter. Die zahlreichen Anstiege wurden genommen, abwärts konnte wieder Kraft getankt werden. Aber die Streckenteile wurden zäher. Fred, als bekennender  „Nicht-gern-bergauf-Läufer“ musste irgendwann nach Kilometer 16 (?) abreißen lassen, schade. Weiter ging es jetzt mit Jana. Ich war jetzt an der Reihe Probleme zu bekommen. Wir hatten das streng chronologisch nach dem Alter eingeteilt. 😉 An einem langen Anstieg konnte ich das Tempo nicht halten und fiel zurück. Jedoch schaffte ich am folgenden flachen Stück wieder aufzuschließen. Der nächste „Berg“ kam und ich verpulverte nicht noch mehr unnötige Kraft, sondern ließ Jana zwischen Kilometer 19 und 20 ziehen. Allein ging es nun in Richtung Halbmarathon-Marke. Und es lief dann auch wieder besser, ein Gel (sponsored bei Fred – DANKE!) gab nochmal etwas Power.

Der Zieleinlauf: endlich war Penzlin erreicht. Gudrun war mit ihrem Klapprad immer mal wieder vorbei, dann sind wir/ich an ihr vorbei usw. Nun sollte sie eigentlich am Ziel stehen und uns mit geballter Kameratechnik erwarten. Jule wollte natürlich ebenfalls zur prognostizierten Zeit am Burgtor stehen. Ich kämpfte mich also den letzten Anstieg hoch, es half nichts, ich musste noch eine kurze schnelle Gehpause einlegen, dann ging es wieder auf Kopfsteinpflaster in die Altstadt zur Burg. Die Burgstraße kam in Sicht, die letzte Kurve und da standen sie: Jule mit der Videokamera und Gudrun mit Fotoapperat. Lächeln, Startnummer zurechtrücken, Schweiß aus dem Gesicht wischen und Zieleinlauf! Nach – mich traf fast der Schlag – 2:08:23 war ich im Ziel! Warum jagte mir diese Zeit solch freudigen Schrecken ein? Die Erklärung ist einfach: ich hatte (wie auch Jana und Fred) an einem Gewinnspiel teilgenommen, bei dem man vor einem Lauf seine zu erwartende Zeit abgibt. UND? Richtig, ich hatte eben GENAU diese 2:08:23 angegeben! 😀 Nun kann ich auf einen Gewinn hoffen…

Auftanken: kann man hier richtig gut. Die Verpflegung für die Läufer im Ziel ist super. Neben verschiedenen Getränken standen Bananen und Melonenstücke bereit, nach dem Duschen konnte man seinem Körper eine deftige Erbsensuppe gönnen. Tolle Erinnerungsmedaillen und Urkunden rundeten die Teilnahme ab. Etwas Besonderes ist jedoch die Siegerehrung: es erfolgt eine „weltliche“ und eine „ritterliche“ Ehrung! Die AK-Sieger werden zum Burgfräulein bzw. zum Ritter geschlagen. Eine witzige Sache und für manch einen Sieger auch noch eine Herausforderung, denn den Ritterschlag empfängt man natürlich knieend… Zum Abschluss fand eine Tombola statt und es erhielten noch viele Läufer einen Preis.

Fazit: ist heute ganz einfach gezogen. Eine tolle Veranstaltung in herrlicher Landschaft. Die Mühen der Strecke vergisst man ziemlich schnell, eine Teilnahme im nächsten Jahr kann ich nur empfehlen!

3 Replies to “Burgenlauf 2011 – oder wir laufen zurueck”

  1. Deine Eindrücke kann ich nur bestätigen! Auch mir hat dieser Lauf wieder viel Spaß bereitet. Die Organisation und die Strecke von Burg zu Burg hat schon etwas Besonderes!

    1. … und wenn ich noch ein paar Bilder aus Gudruns großer Auswahl einfügen kann, wird der Bericht auch noch etwas besonderer…

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