Running in the Rain…

Das ist doch ein Super-Sommer, kaum Sonne, dafür Wasser in Hülle und Fülle. So auch gestern, natürlich warum auch nicht? 🙁

Die dritte Teilnahme an der City Nacht in Berlin brachte wieder eine neue Erfahrung. Ich glaube ich bin noch keinen Wettkampf mit soviel Wasser von oben gelaufen. Neulich in Schwerin zum Fünf-Seen-Lauf war es schon recht nass, aber die Naturstrecke nahm diesen etwas mehr auf. Die Spurrillen auf dem Ku´Damm dagegen waren randvoll und blieben es auch. Okay, besser Regen als die Hitze und Schwüle der vergangenen Jahre.

Erstmals konnten die Startnummern und Shirts bereits am Donnerstag und Freitag abgeholt werden, dies erledigte meine Schwester für uns. Danke dafür, denn selbst konnte sie krankheitsbedingt nicht starten. So konnten wir recht entspannt und später als üblich nach Berlin aufbrechen. Dauerregen seit zwei Tagen ließ uns diese Entscheidung nicht schwer fallen, auf einen Bummel über den Kurfürstendamm hatten wir nicht wirklich Lust. Das Treffen vor dem Lauf mit dem Coach wurde ebenso nicht wahrgenommen, stattdessen saßen wir im Auto und ließen uns das Wasser auf´s Glasdach prasseln. 😉 Dann war es Zeit zum Einlaufen: ja vorbildlich haben wir dies wie etliche andere Läuferinnen und Läufer um den Los-Angeles-Platz herum vollbracht. Und dann ab zum Start.

Hier trennten sich unsere Wege, auch erstmalig wurde die Läuferschar in Blöcke geteilt und auch kontrolliert eingelassen. Ich startete aus Block B und bekam daher die Durchsagen recht gut mit. Die Profis wurden vorgestellt und diese durften dann auch pünktlich um 20.30 Uhr starten. Für uns fiel der zweite Startschuss eine Minute später. Und ab ging die wilde Jagd! 🙂 Es ist doch immer wieder putzig was manche Leute anstellen, um im absolut vollem Starterfeld ein paar andere Läufer zu überholen. Naja nach 100-200 Metern hat sich das doch sowieso schon aufgelöst, aber Chaoten gibt es wohl überall.

Ich trabte verhalten an, wollte ja auch mal aus Fehlern gelernt haben. 😉 Die ersten beiden Kilometer liefen ganz gut. Danach wurde es etwas mühsamer, das Anfangstempo war wohl doch etwas zu hoch. Also kleine unbewusste Korrektur. Konzentration auf den Kilometer 5, da wollte der Coach stehen und tatsächlich: JK stand mit Tempotrainer und frischgebackenem 3. der Deutschen Meisterschaft (3000m Hindernislauf) Hannes Liebach kurz vor dem Schild. Ich musste mich zwar bemerkbar machen, aber erkannt und hinterhergerufen haben sie dann doch… Okay die elende Kantstraße war damit erledigt, nun ging es zurück auf den Ku´Damm. Direkt nach der Kreuzung kam der Verpflegungspunkt mit Wasser. Es gab ja eigentlich genug von allen Seiten, aber als „taktische Pause“ griff ich mir einen Becher. Habe ich bei solch kurzem Rennen noch nie gemacht und verschluckte mich auch prompt! 🙁 Das kostete Zeit, aber war ja selbst Schuld – für meinen Puls war die Unterbrechung aber gut. Danach lief es dann erstmal überhaupt nicht mehr. Die Kilometer 7 und 8 waren extrem schlecht, obwohl ich  mir versuchte einzureden, dass ich ja sonst ab dieser Entfernung erst so richtig ins Rennen finde. Es half nichts, der Kopf war heute irgendwie auf „Anti-Tempo“ programmiert. Ich sehnte nun den Wendepunkt herbei.

 

Streckenverlauf in der City West

 

Endlich war dieser erreicht, es lagen nur noch 2km vor mir. Und plötzlich lief es auch wieder besser. Ich steigerte mein Tempo und konnte so einige Läufer wieder „rücküberholen“. Den Spruch auf dem 9.Kilometerschild nahm ich sehr ernst: „Zähne zeigen!“. Ja ich hatte jetzt ordentlich zu beißen, das wollte ich aber auch durchziehen. Eine Pace-Kontrolle hatte ich im Verlauf des Rennens aufgegeben, ich lief einfach am Limit zu Ende. Geschafft! Endlich!

Noch schnell ein Alk.freies Bier geholt und schleunigst zum Auto. Es prasselte der Regen jetzt wieder mächtig und mir wurde augenblicklich kalt. Im Auto die Klamotten gewechselt und erste Auswertung mit mir selbst. 😉 Jetzt war auch Jule da, auch sie empfand den Regen als weniger störend, aber die vielen kleinen Seen auf der Strecke waren nicht so toll. Ihre Sicht des Laufes wird sie sicherlich auch noch kurz selbst beschreiben.

Wieder in trockenen Sachen begaben wir uns zum Irish Pub im Europacenter, dem üblichen Treffpunkt nach der City Nacht. Der Coach und einige andere Läuferinnen und Läufer hatten den Weg gefunden und es wurde sich ausgetauscht. Später kam noch Marc Schulze und wir konnten ihm zum 4.Platz der Gesamtwertung gratulieren! Von 0:30:33 auf dieser Strecke können wir nur träumen… Und damit endete auch dieser Wettkampf in gemütlicher Runde, die Enttäuschung über meine schlechte Zeit hält sich in Grenzen – es kommen auch wieder andere Läufe!

 

 

2 Replies to “Running in the Rain…”

  1. Heiko! Bei dem Regen und dem Gerangel in Berlin spielt die Zielzeit doch nur eine untergeordnete Rolle! Dass du das Wasser nicht in „Ruhe“ ausgetrunken hast wundert mich, da ich gerade von dir gelernt habe mir dafür etwas Zeit zu nehmen – das passiert dir bestimmt nicht ein zweites Mal ;-). Hoffe wir sehen uns nächste Woche beim Burgenlauf!
    LG Fred

    1. Fred, das war ja auch nur „Alibi-Wasser“, ich wollte ja nicht wirklich was trinken 😉 Aber eine reguläre Gehpause kam ja nun schon ganz und gar nicht in Betracht…
      Klar sehen wir uns in Burg Stargard, haben wir doch schon letztes Jahr abgemacht 😀
      Gruß Heiko

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