Sommer in Berlin?

Das war er also: der 31. Berliner Halbmarathon am wärmsten 03. April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Na toll! Oder?

Gleich vorab, mir machte das Wetter fast nichts aus. Die Menschenmassen auch nicht, waren doch viele Lauffreunde und Bekannte dabei und gute Stimmung überall. Aber der Reihe nach. Nach unserem Start beim Citylauf in Dresden vor zwei Wochen war der Halbmarathon nun die Steigerung. In Dresden trafen wir uns schon mit Diana aus der AA-Community, mit ihr lief ich ja dann auch die ersten Kilometer zusammen. Für Berlin war nun ein weit größeres Treffen von Läufern geplant.

Lange intensiv vorbereitet von Claudia aus Berlin und Jule, wollten wir unsere eigene Pasta-Party abhalten. Unsere Rostocker Freunde (Gudrun und Fred)  reisten dazu mittags an, sie waren bei uns einquartiert. Nach einem kurzen Bummel durch unsere Altstadt mit „Carboloading“ auf der Sonnenterasse eines Cafés am Seeufer, fuhren wir dann gemeinsam weiter zur Messe auf dem Flughafen Tempelhof. Die altehrwürdige Anlage lässt mich immer wieder erstaunen, man spürt die Geschichte in allen Poren. Leider verpassten wir dort die Titanen vom KSWM, aber der Abend stand ja noch bevor. Unsere Verabredung mit Diana klappte dafür und wir schlenderten noch ein wenig ziellos über die Messe. Die Event-Shirts waren leider schon „größentechnisch“ sehr ausgesucht, okay dafür aber gesponsert, und ich erhielt im zweiten Anlauf doch noch ein passendes Teil – Jule leider nicht. 🙁

Event-Shirt-Kontrolle

Dann ging es weiter zum abendlichen Treffpunkt. Ein italienisches Restaurant in der Invalidenstraße war von Claudia ausgesucht und reserviert worden. Dort angekommen saßen Matthias und Ron (die Berliner KSWM-Fraktion 🙂 ) und Bahram (aus Kassel) bereits in der Sonne. Kurze Zeit nach uns kam dann auch Claudia mit Mann Norbert, und wir lernten uns erstmals im realen Leben kennen. Virtuality meets Reality! Und wie nicht anders zu erwarten war, Claudia ist genau die Frau mit dem Herz am rechten Fleck und den lockeren Sprüchen, wie wir sie aus der Community kannten! Toll. Letztlich kamen Chef-KSWM-Organisator Jens (Kassel) und Andreas ( aus Braunschweig) und wir waren komplett. Mehrere Stunden quatschten, tranken und aßen wir, bevor wir uns doch langsam in Richtung Heimat aufmachen mussten. Denn laufen wollten wir am Sonntag ja auch noch können… Ein sehr gelungener Abend war es mit supernetten Leuten!

Lecker!

Der Sonntag begann mit Sonne und sehr angenehmen Temperaturen, die Wetterprognose stimmte also. Nach einem kleinem Frühstück ging es los, gemeinsam mit Freundin Monika und meiner Schwester fuhren wir wieder nach Berlin. Die Parkplatzsuche war schnell erledigt und super dicht am Start. Die Zeit bis zum Start hielten wir noch Ausschau nach Bekannten, klappte auch teilweise. 😉

Letzte Instruktionen an unser „Supporter-Team“ bezüglich der Treffpunkte zum Foto-Shooting und Wiedertreffen hinterher. Bewaffnet mit Foto- und Videotechnik zogen die Beiden los. Wir liefen uns etwas ein, und versuchten einen vernünftigen Platz im seeeeehr vollen Startbereich zu erhalten. Dann ging es endlich los. Etwa 5 Minuten nach dem Startschuss überquerten wir die Linie. Ich lief mit meiner Schwester und Fred, wir wollten erstmal sehen ob das Zusammenlaufen funktioniert. Trotz der Massen kamen wir in einen guten Kilometerschnitt.

Die ersten Kilometer  mit  der Straße Unter den Linden, Brandenburger Tor und Siegessäule  liefen sich schnell weg. Bei Kilometer 7 kam der erste Wasserstand und Gudrun (meine Schwester) und Fred bogen ein, ich hatte kein Bedürfnis, hielt aber auch kurz inne, denn wir wollten ja gemeinsam weiter. Gudrun war auch gleich wieder da, nur Fred war verschwunden!? Wir schauten uns abwechselnd um, aber er blieb „verschollen“. Also zu zweit weiter. Meine Schwester war nach einer längeren Verletzungspause gerade erst wieder fit, wollte sich aber auch nicht wirklich schonen und hielt weiterhin mit. Ich traf mit mir „intern“ eine Vereinbarung, wenn es weiterhin gut läuft, bleiben wir zusammen, wenn nicht starte ich spätestens bei Kilometer 11 als „Einzelkämpfer“ neu durch. Die Entscheidung nahm mir meine Schwester dann genau auf der Hälfte der Strecke ab: „Heiko! Lauf!!“. Was sollte ich machen – ich lief. 😉

Noch im Rennen...

Den nächsten Wasserstand nahm ich dann auch wahr, einen Schluck in den Mund, den Rest über Kopf und Rücken. Das tat gut! Mittlerweile war ich auf dem Kurfürstendamm unterwegs. Plötzlich hoben alle Läufer vor mir die Arme hoch und bremsten, ich natürlich auch. Die Straße war kurz  von der Polizei dicht gemacht für einen Krankenwagen! F*** im doppelten Sinne: für den Läufer oder Läuferin und natürlich für uns 🙁 Glücklicherweise wurden aber keine schweren Unfälle bekannt!

Weiter ging es, wieder in den Rhythmus kommen und die letzten Kilometer angreifen. Nach Kilometer 3 wo Monika und Gudrun (die andere G. 😉 ) uns als Support mit Kamera und Video erwartet hatten, kam nun als zweiter Treffpunkt der Potsdamer Platz und damit Kilometer 17 in Sicht. Ich zog mein Shirt und Startnummer zurecht, und hielt nach Monika´s Erkennungsluftballon Ausschau. Leider umsonst, naja war ja auch nicht so wichtig. Dann fast bei Kilometer 18 wurde ich plötzlich doch noch angefeuert, der Platz gefiel den Beiden wohl besser. 😉 Die letzte Verpflegung ließ ich auch wieder aus, ich brauchte nichts und wollte einfach nur laufen…

Kamera-Frau

Jetzt passierte ich den Checkpoint-Charlie, die Friedrichstraße, weiter auf der Leipziger, Gertraudenstraße und Mühlendamm. Hier war letztes Jahr das Ziel schon erreicht. Diesmal lag es, ebenso wie der Start, auf der Karl-Marx-Allee. Der letzte Kilometer, nochmal etwas zulegen. Die letzte Ecke kam in Sicht, Startnummer wieder nach vorn gedreht und gelächelt für den Zieleinlauf! Geschafft! Und glücklich! Und schon wieder vorbei!

Jetzt kam erstmal die Flüssigkeitsaufnahme! Wasser, Banane und weiter zum „Erdinger Alkoholfrei“! Dort treffe ich eigentlich immer Karsten, einen weiteren Läufer aus unserer Marathon-Staffel. Und so sollte es auch dieses Mal wieder sein! Zufälle gibt es… Nach einer Weile entdeckte ich auch Jens, bei den Massen ein wahres Wunder. Nach gemeinsamen „Analysen“ ging jeder erstmal seine Leute suchen, um sich dann später beim traditionellen jK Running-Treffen wieder einzufinden. Meine Schwester, Fred und Jule waren recht bald am Autotreffpunkt – als Finisher! Nur unser Support ließ auf sich warten 🙁  Irgendwann brachen wir dann auf, unsere Telefone hatten sie natürlich auch dabei… Aber Ende gut, alles gut.

Im Diner waren doch noch einige Läufer und wir trafen auf den Coach, auf Mella aus Irland aka Pony, Diana und und und. Das wurde ein gelungener Abschluss! Gutes Essen, nette Gespräche, Planungen der nächsten Läufe und Treffen. Jetzt sind wir wieder mittendrin, ein Traum! Ein Dank an alle Beteiligten, schön dass es euch gibt!

 

Den endgültigen Abschluß bildete dann die Sichtung der ersten Bilder am heimischen Computer. Gudrun sortierte schon mal ein paar Abzüge für uns heraus, den Rest werden wir dann wohl erst in der nächsten Woche beim Darß-Marathon sehen / erhalten. Nach diesem voll gepackten Tag fuhren „unsere“ Rostocker abends wieder heim, und wir legten auch nur noch die Füße hoch :-).

Mella und Jule

3 Replies to “Sommer in Berlin?”

  1. Das Pony auf dem Feuerraeder Blog! Wie schoen. Herzliche Gruesse aus Irland – wo ich jetzt meine Fuesse und meine rote Birne kuehle. Und bis 2012 in Dublin – spaetestens! Euer Pony

    1. Ja, Dublin ist im Hinterkopf, aber wenn du vorher mal in der Nähe bist, gib Bescheid :-)! Vielleicht ja wieder zum HM in Berlin, im nächsten Jahr. Und dann sicher ohne rote Birne,so eine Hitze hat Seltenheitswert. Es gab auch schon mal Schnee…!
      LG, Jule
      PS: es war wirklich nett, leider ganz schön kurz, das wird beim nächsten Mal besser ;-)!

  2. ach mensch, heiko, hab mich eben (ENDLICH) mal durch eure seiten geklickt, schön!! auch eure beiden vierbeiner so nebenbei kennengelernt ;-)) echt klasse, wie locker du den HM gelaufen bist, na nächstes jahr bin ich euch wieder auf den fersen, kannste wissen! nix mit 4 wochen krank vorher und hitzeschlacht… mein lauffreund aus halle, mit dem ich seit 2003 jedes jahr den HM laufe, hatte dieses jahr eine hüft-op und durfte nicht laufen, und irgendwie war ich am ende ungewollt solidarisch, indem ich auch nicht lief… wir haben also 2012 fest im auge.
    nun auf bald wieder, es ist sehr schön, euch kennen gelernt zu haben, nun muss ich nur noch wieder in tritt kommen dieses jahr und ein bisschen was nachholen… liebe grüße, claudia

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