6. Darß – Marathon

Wow, was für ein Wochenende! Nette Leute, super Organisation, viele Bekannte, gutes Essen und eine neue PB – was will ich mehr 🙂

Aber der Reihe nach… Lange geplant als großen Frühjahrshöhepunkt, konzentrierte sich mein Training auf diesen Lauf. Es sollte mein dritter Marathon werden. Die Vorbereitungen liefen gut, ich musste weder wegen Erkältungen, noch anderer, schlimmerer Wehwehchen pausieren. Keine Verletzung, kein Grund nicht zu trainieren und Spaß zu haben! Der erste Wettkampf dann doch etwas plötzlich, aber okay. Dann der richtige Saisonauftakt in Dresden war auch zufriedenstellend. Schließlich vor zwei Wochen der Berliner Halbmarathon in guter Zeit absolviert – also zusammenfassend kein Grund zur Sorge. Meine „Hausaufgaben“ hatte ich gemacht. Der Marathon konnte kommen.

Freitag reisten wir an. Wir hatten unsere Fahrräder dabei, denn Jule wollte mich an verschiedenen Punkten anfeuern. Ein kurzer Rundgang durch Wieck bestätigte die gute Quartierwahl: unsere Ferienwohnung lag direkt an der Laufstrecke, nur ca. 150m vor dem Ziel! Der Startbereich war auch nur etwa 300 Meter entfernt, perfekt. Nachmittags liefen wir gemeinsam eine Runde durch den Nationalpark und besichtigten dabei auch schon die letzten Kilometer der Marathonstrecke. Verwunderlich waren nur die bereits aufgesprühten Markierungen, denn die 42km-Marke befand sich mitten auf einem Dammabschnitt und über einen Kilometer vom Ziel entfernt. Die Strecke sollte doch offiziel vermessen sein! Das ließ erstmal Fragen offen… Freunde aus Berlin reisten später auch noch an und wir verabredeten uns für Samstag.

Wegweiser zum Ziel!

Der Samstag begann geruhsam. Ich hatte nichts mehr vor, Schonung war angesagt. Jule begab sich daher noch vor dem Frühstück auf eine größere Runde, derweil ich mit unseren Hunden die Boddenlandschaft und den Darsser Urwald erkundete. Wunderbare Natur, die Sonne schien und kaum ein Lüftchen wehte. Das war richtiges Urlaubsfeeling. Anschließend gabs Frühstück und plötzlich erhielten wir Besuch von „unseren“ Berlinern. Claudia und Gijs wollten beim Halbmarathon starten, während André vor seinem Marathon-Debut stand. Mit beiden Männer laufe ich auch bald wieder in der Staffel zusammen. Wir planten einen Ausflug nach Zingst am Nachmittag und fanden letztlich dort ein nettes Café mit leckerem Eis. Unsere Runde vergrößerte sich langsam, meine Schwestern traf ein, Karsten war unterwegs. Es wurde Zeit zum Ortswechsel, denn die Pasta-Party fand in Born statt… Im Restaurant erwartete uns dann auch der Rest der Truppe: die Sprintefixe aus Rostock mit Verstärkung aus Stuttgart. Damit war unser Staffelteam komplett (Fred, Karsten, Gijs, André und ich)! Das ist doch wohl Teamgeist, oder? Nach lecker Essen und einer völlig unmöglichen Kellnerin (da kommen wir sicher nicht nochmal zurück!) löste sich unsere Runde wieder auf, letzte persönliche Vorbereitungen und dann ab ins Bett.

Abklatschen bei Km 12

Sonntag – Raceday! Den Wecker benötigte ich nicht, ich war vorher fit. Frühstück um 6.00 Uhr – noch drei Stunden bis zum Start. Der erste Weg führte natürlich auf die Terasse: wie sieht das Wetter aus? Freitag und Samstag war es ja schon sehr sommerlich gewesen. Jetzt war ringsum dichter Nebel und etwa 5°C! Das ließ wieder die Kleidungsfrage aufkommen: wieviel oder besser wie lang anziehen? Erstmal bummelte ich mit den Hunden durch den Start- und Zielbereich, dort war emsiges Treiben. Man spürte die Freude und Mühe der Helfer deutlich. Dieser Lauf ist wirklich ein Highlight für die beteiligten Gemeinden. Die Kleiderfrage wurde nicht einfacher. „Kurz vor knapp“ entschied ich mich und letztlich auch richtig. 🙂 Letzte Abstimmung mit Jule zu den Treffpunkten und ich verschwand mit meiner Schwester in Richtung Startbereich. Dort trafen wir gleich auf Fred (Sprintefix) mit Anhang und auch auf die Läufer der Laufgemeinschaft Neuruppin. Diese waren sehr zahlreich vertreten, hatten sie doch auf dem Darß in den vergangenen Jahren schon ordentliche Erfolge erzielt. Dies sollte auch beim 6. Darß-Marathon so sein! 😉 Ein gemeinsames Gruppenfoto auf der Startlinie und ein paar Minuten Fachsimpelei, dann füllte sich die Startaufstellung schnell und die letzten Minuten vor dem Start brachen an. Fred und André waren zur Stelle, wir wünschten uns einen guten Lauf, letzte Konzentration und ab ging es!

Hey Jule! ♥♥♥

Das Rennen in Kurzform:

Kilometer 1: viele Zuschauer, Samba-Trommeln, Klatschen, Pfeifen, Gänsehaut und zu schnell 😉
Kilometer 2-7: Ortschaft, Wiecker Wiesen, Plattenwege und ein steifer Wind von vorn 🙁
Kilometer 8-9: Prerow – tolle Stimmung, viele private und gastronomische Erfrischungen, Musik und locker leichte Kilometer – immer noch viel zu schnell
Kilometer 10-12: ich lief auf zwei Neuruppiner mit Fahrradbegleitung auf und schloss mich ihnen an, ein wenig geredet und schon war der erste Treffpunkt mit Jule erreicht. Leider sah ich sie nicht, dafür Abklatschen mit Karsten und lautstarke Begrüßung „Neuruppin!!! Neuruppin!!!“ durch viele andere Neuruppiner Supporter, jetzt wieder allein weiter
Kilometer 13-19: schnelle Kilometer durch den Urwald, allein weit und breit
Kilometer 20-22: wieder kräftiger Gegenwind, Radweg auf Küstenschutzdeich, Halbmarathon bei 01:46:43 Std., Gefühl immer noch super, zu schnell?
Kilometer 22-23: Ahrenshoop, nette Häuser, zu wenig Publikum zum Anfeuern 🙁
Kilometer 24-26: Wind und Anstieg zur Steilküste der erstmals deutlich spürbar war, kleiner Tiefpunkt, Gelpause und Wasser
Kilometer 26-36: Querung zur Boddenseite zurück, endlich auch mal etwas Rückenwind, geniale Naturstrecke am Schilfgürtel entlang, die Kilometermarken stehen recht unterschiedlich weit auseinander
Kilometer 37-38: Born und damit auch wieder Jule! kurze Begleitung auf dem Fahrrad, Gelpause und Cola, das hohe Anfangstempo war jetzt spürbar
Kilometer 38-Ziel: wieder super tolle Naturkilometer über den Damm, trotz deutlichem „Leistungsverlust“ noch einige Läufer überholt und dann die letzte Kurve vorbei an der Fewo und Jule zur neuen PB 03:39:15 Std. und damit um 00:10:01 Std. verbessert!

Im Ziel traf ich auch gleich auf Karsten und Jule eilte von ihrer Kameraposition heran. Ich war happy! Umarmungen und Glückwünsche, ach tat das gut 🙂

Stolz!

André lief bei seinem Debut gleich mal eine 03:06:53 – eine andere Welt! Fred konnte leider die „Mission 239“ nicht erfüllen, aber auch er verbesserte sich um 40 Sekunden. Claudia und Gijs liefen gemeinsam den HM in 01:57:58 und damit auch eine PB für Claudia! Meine Schwester wurde mit 01:45:45 erste in ihrer AK! Wir waren super 😉

Ronald Hampe von der Laufgemeinschaft Neuruppin gewann den Halbmarathon, Detlef Kohlsdorf wurde 4. im Marathon und AK-Sieger (M45), Petra Alzuyeta gewann ihre AK (W65). Zusätzlich gewann die LG auch noch die Team-Wertung. Neuruppin hat den Darß gerockt! 😉

Als ich unter der Dusche stand, konnte die Sonne den Nebel verdrängen. Ohne den Wind wären die Bedingungen also optimal gewesen. Die nun folgenden Siegerehrungen auf der Bühne fanden regen Zuspruch, gute Stimmung ringsum. Wir trafen uns alle nochmals und tauschten unsere Erlebnisse aus. Neue Pläne wurden geschmiedet, verschiedene bereits geplante Vorhaben konkretisiert. Ein toller Abschluß in der Gruppe. Fred und Gudrun mussten ihren Stuttgarter Besuch zum Flieger bringen und brachen als erste auf, meine Schwester und die Berliner folgten, nur wir hatten ja noch Zeit bis Montag. Zur Feier des Tages fuhren wir noch einmal nach Zingst zum Fisch-Essen und „flanieren“.

Montag folgte dann die letzte Etappe – ein Besuch in Rostock im Hause Sprintefix mit Auswertung und gegenseitigem Bilder-Sichten. Gudrun hatte wieder „Millionen“ Bilder geschossen, zusätzlich noch die Videokamera am Fahrrad montiert… Da sind wieder einige Stunden Arbeit aufgelaufen.

Dieses Wochenende war wirklich ein echter Höhepunkt! Danke euch ALLEN!!!

Boddenlandschaft

 

 

 

5 Replies to “6. Darß – Marathon”

  1. Hallo Heiko! Toller Bericht und schöne Kurzzusammenfassung vom Rennen :-)! Ich kann deine Angaben zu den einzelnen Kilometern nur bestätigen! Und – nächstes Jahr wieder – oder mal in den Spreewald???

  2. Nu lass uns erstmal dieses Jahr noch die geplanten Rennen laufen! Aber etwas Abwechslung muss sein, daher sicherlich nicht schon 2012 wieder Darß, irgendwann aber gern nochmal. Der Spreewald dagegen stand dieses Jahr auch ganz weit oben…

    1. Hast ja Recht, Heiko! Dieses Jahr hat ja noch so einige Events in petto. Lass uns erstmal die Team-Staffel in Angriff nehmen ;-).

  3. Toller Bericht und grandiose Bestzeit!! Herzlichen Glückwunsch mein Lieber, das hast du klasse gemacht!

    Erhole dich gut und gönne dir mal was, du hast es dir verdient!!!

    Herzliche Grüße,
    Steffen

    1. Danke Steffen! Gegönnt haben wir uns doch das ganze Wochenende was! Und Sonntag ist die Fastenzeit vorbei, dann gibt es auch wieder die geliebte Rittersport und Nutella und und und. Obwohl mittlerweile der Verzicht nicht mehr stört…

      Grüße zurück und weiterhin gute Heilung der Sehne!
      Heiko

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