10. Oktober 2016

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Insel-Urlaub und Insel-Marathon

 

Sommer, Sonne, Strand und Meer. Ach nein, wir haben ja bereits Oktober! 🙂 Also richtiger muss es heissen: Sonne, Wind, Regen, Sturm, Strand und Meer bzw. Mehr!

 

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Eine wunderbare aktive Woche der Erholung auf der schönen Insel Usedom liegt hinter uns. Nachdem wir im Februar hier bereits ein paar Tage verbrachten, zog es uns jetzt im Herbst noch einmal nach Ahlbeck. Das östlichste Kaiserbad hat es uns angetan! In einer schicken Villa direkt an der Strandpromenade kann man es aushalten und der Seeblick ist bei jedem Wetter einfach fabelhaft. Während im Februar eine absolut ruhige Wetterperiode war, konnten wir diesmal alle Nuancen erleben. Es reichte von strahlendem Sonnenschein, über leichten Niesel, bis hin zu heftigen Sturmböen und kräftigen Schauern. Kurzum, es war toll!

Neben den gemeinsamen Aktivitäten nutzte ich die Morgenstunden zum Training. Am ersten Tag lief ich in westliche Richtung, über Heringsdorf, Bansin in Richtung Ückeritz und retour. Der nächste Tag führte mich nach Osten: hier war mein Ziel die Mühlenbake in Swinemünde. Wind/Sturm war immer, aber komischerweise machte mir dies überhaupt nichts aus. Ich genoss einfach nur die Seeluft. Einen Wermutstropfen gab es jedoch: die Mühlenbake war nicht erreichbar, die Ostsee hatte weite Teile des Strandes und eben auch die Mole mit der Bake „verschluckt“.

Am dritten Tag war ein kombiniertes Training angesagt. Mehr aus Spielerei und zur Abwechslung nutze ich derzeit einen „Marathon-Trainingsplan“ vom Nike+ Run Club. Hier stand für mich wieder einmal ein Benchmark-Run im Plan. Dieser dauert nur 15 Minuten, es würde sich also „nicht lohnen“ die Schuhe zu schnüren. Aber mein Freeletics-Training läuft ja auch noch! UND: in Ahlbeck gibt es einen guten Spot zum Trainieren am Sportstrand. Super Untergrund und unzählige Geräte (auch wenn ich die nicht brauche). So absolvierte ich erst meinen Lauf, dann die Freeletics-Einheit und anschließend trabte ich noch locker ein paar Kilometer aus. Für den nun folgenden Tag (Freitag), hatte ich mir etwas „Spezielleres“ vorgenommen!

 

 

Zuhause überlegte ich bereits, eine längere Einheit im Urlaub unterzubringen. Mit Jule plante ich dann den geplanten Ablauf genauer. Verschiedene Varianten kamen in Frage, letztlich kristallisierte sich die vermeintlich Beste heraus. Zeit und Länge waren offene Größen, aber der Rahmen musste passen. So klingelte mein Wecker um 3:33 Uhr und ich fuhr mit der ersten Usedom-Bäder-Bahn von Ahlbeck nach Peenemünde. Dort spuckte mich der Zug im „Niemandsland“ aus. Mein Plan war der, die ersten Kilometer auf der Straße zu laufen, bis unweigerlich ein Abzweig zum Strandwander- und Radweg kommen musste. So verfuhr ich, und so war es auch gut. Mit Einbruch der Dämmerung war ich am Küstenweg und lief der Sonne entgegen!!

 

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Am Strand bei Trassenheide

 

Die Örtchen und Orte auf meiner Route sind wie auf einer Perlenkette aufgezogen. Über Karlshagen, Trassenheide, Zinnowitz, Zempin, Koserow, Kölpinsee, Ückeritz, Bansin, Heringsdorf erreichte ich wieder meinen Startpunkt, „unsere“ Villa in Ahlbeck. Mit einem kleinen Irrweg im Küstenwald vor Bansin, kam ich letztlich auf gute 43,40 Kilometer! Etwas mehr als ein Marathon und etwas „mehr mehr“ als ursprünglich gedacht und geplant. Jedoch lief ich äußerst entspannt, machte etliche Fotopausen und hätte gut und gern noch weiter bis zur Mühlenbake gekonnt. Es lief einfach rund. Das nächste Mal dann vielleicht, oder so?!

 

 


23. August 2016

Mauerweglauf 2016  - 1 (1)

Berlin, Berlin – einmal um Berlin!

 

Es ist schon eine Weile her seit meinem letzten Beitrag, das hatte natürlich seinen Grund. Die Vorbereitung zum Saisonhöhepunkt lief auf Hochtouren, besser gesagt ich lief auf Hochtouren und im Juli so viele Kilometer, wie noch nie zuvor in einem Monat. Der beschriebene Geburtstagsmarathon im letzten Post war nur eine weitere Stufe auf dem Weg nach Berlin – hier spielten meine Gedanken ab Jahresbeginn. Seit dem Lauf-Abbruch im letzten Jahr hatte ich nämlich noch eine Rechnung offen: die 100 Meilen beim Mauerweglauf!

In diesem Jahr lief es bereits in der Vorbereitung anders, ich hatte aber selbst ebenfalls genug Änderungen in meinem Training vorgenommen. Die bewährte Wettkampf-Folge mit einem Städte-Marathon (Paris) im zeitigen Frühjahr, dem Rennsteiglauf und folgend mein Projekt „Kilometer für Jahre“ und Mauerweg-Nachtlauf konnte ich problemlos absolvieren. Hinzu kamen weitere lange Läufe, oberhalb der Marathon-Distanz. Nur für mich, allein, vor dem Frühstück. 🙂

 

Mauerweglauf 2016 - 1
Vorfreude!

 

Mein Freeletics-Training reduzierte sich in dem Maße, wie sich das Lauftraining intensivierte. Wichtig sind die Übungen trotzdem, jedoch verwandte ich auch einige Bestandteile von der Sportscheck-Webseite. Auf Gewichte „stehe“ ich ja nicht so, aber etwas Abwechslung ist immer gut! Die Distanzen wurden länger, die Aufstehzeit am Morgen früher. Im Winter konnte ich mir nicht vorstellen, wie ich vor der Arbeit bereits 21/22km laufen kann, jetzt waren es meist mehr als 25km – und das an drei Tagen in der Woche vor dem Bürotag. Am Wochenende kam dann der lange Lauf hinzu. Stupide nach diesem Muster trainierte ich trotzdem nicht. Es gab Belastungswochen und lockere Wochen, einen neuen „Wochenkilometerrekord“ stellte ich mit 131km auf. Enthalten war die absolute Generalprobe für die 100 Meilen: der Mauerweg-Nachtlauf auf knapp 70km der Originalstrecke.

Eine interessante Gelegenheit bot sich mir im Juli noch. Über die Rennleitung des Mauerweglaufs trat die Sportmedizin der Charité an uns Teilnehmer heran. Es wurden Teilnehmer für eine Studie über die Belastungen und Erschöpfungszustände im Ultramarathon gesucht. Eine eingehende medizinische Vor- und Nachuntersuchung stand in Aussicht. Ich überlegte nicht lange und meldete mich dazu. Wir wurden an einem langen Diagnostik-Tag in der Vorbereitung gründlich untersucht. Biometrische Körpermessungen, Untersuchung von Lunge, Herz, Blut, Urin, Speichel, etliche Fragebögen und schließlich eine Leistungsdiagnostik auf dem Laufband mit Laktat-Bestimmung wurden durchgeführt. Das lohnte sich und ergab ein gutes, sicheres Gefühl für den bevorstehenden Start – es war nämlich alles OK!

 

Mauerweglauf 2016 - 2
Kurz vor dem Start, rechts Joey beim Interview

 

Endlich war das Wochenende ran. Jule und ich fuhren Freitag zur Abholung der Startunterlagen und zum Briefing. Das gute Obst- und Gemüsebüfett und die vegane Carbonara-Soße mit Vollkornnudeln fanden ebenfalls „Anklang“. Viele bekannte Gesichter, ein paar nette Gespräche und die Hinweise vom Rennleiter Hajo Palm, dann ging es für ein paar Stunden noch einmal nach Hause. Der Inhalt meiner geplanten beiden „Dropbags“ lag schon bereit, jetzt wurden also nur noch die offiziellen Beutel gefüllt, bevor die Sachen ins Auto wanderten und ich ins Bett. Knappe 4 Stunden blieben mir, die reichten aber.

Auch am Renntag waren kleinere medizinische Checks eingeplant, inklusive das Anlegen eines Langzeit-EKG´s. Es dauerte alles nicht sehr lange, so dass ich noch genug Zeit für mich und einen Kaffee hatte. Dann ging es mit über 300 anderen Startern los, mit dabei Joey Kelly. Bei bestem Wetter wurden wir von Horst Milde auf die Strecke geschickt. Nicht nur die 5. Auflage der 100 Meilen, sondern der 55. Jahrestag des Mauerbaus fiel genau auf das Austragungsdatum. Die Gedenkstätte an der Bernauer Straße stimmte auf den ersten Kilometern gleich auf diesen Gedenklauf ein. Weiter ging es in Richtung Brandenburger Tor. Hier war der erste Verpflegungspunkt und es fand eine besondere Aktion statt: jeder Läufer nahm einen Stein einer eigens dafür errichteten symbolischen Mauer mit und „riss“ diese damit „ein“. Nach dem Durchlaufen des Brandenburger Tores wurden diese in Fangkörben gesammelt und spielten erst bei der Siegerehrung wieder eine Rolle…

 

 

An der East Side Gallery vorbei, verlief die Strecke nun durch einige Partyzonen mit entsprechend übrig gebliebenem Szene-Volk. Wer sich noch artikulieren konnte, hatte auch meist einen Spruch parat. Die Kilometer wurden nicht langweilig, vorerst. Viele, sehr viele Verpflegungsstände (=27) empfingen uns Läufer und bildeten gleichzeitig auch die Überwachung des Laufes. Überall waren am Ende des VP die Zeiterfassungsgeräte installiert. Ich lief ein gutes Tempo, teils allein, teils in einer wechselnden Gruppe. An roten Ampeln, oder an den VP´s fand man sich regelmäßig zusammen. Gut gelaunt und gut in der Zeit erreichte ich den ersten Wechselpunkt in Teltow. Da ich hier kein Dropbag deponiert hatte, setzte ich meinen Lauf recht schnell fort. Die Temperaturen waren mittlerweile recht hoch, so wollte ich möglichst schnell in Richtung Zehlendorf und damit auf den 7km langen Abschnitt Königsweg im Wald.

 

 

Die nächsten Höhepunkte der Strecke waren die Gedenkstätte Griebnitzsee, die tollen Villen an ebendiesem und schließlich die Glienicker Brücke. Hier war naturgemäß viel los, ich legte ebenfalls an diesem geschichtsträchtigen Ort eine Fotopause ein. Gleichzeitig zog mich der nächste Versorgungspunkt förmlich an: VP 13 „Brauhaus Meierei“! Ich wusste, hier gibt es frischgezapftes leckeres Bier aus dem Brauhaus. Selbstverständlich genehmigte ich mir einen kleinen Becher und nutzte die Pause zu einem telefonischen „Lagebericht“ an Jule. Alles gut zu Hause und bei mir – so ging es weiter. Als nächste Marke war der legendäre VP „Pagel & Friends“ bei km 98 gesetzt. Im letzten Jahr, bei umgekehrter Laufrichtung, musste ich dort meinen Lauf beenden. Nun genoss ich die unglaubliche Begrüßung, Stimmung und das Angebot an Essen und Trinken.

 

 

Für viele Läufer nahte der mentale Push: es wurde „nur noch 2-stellig“ im zu laufenden Kilometerbereich. Die 100 km wurden überschritten, nur noch 1,5 Marathons… Ich hatte eine andere „psychologische Kriegsführung“ gewählt. Meine Fenix hatte ich auf Meilen eingestellt, so lief ich bereits ab Start im 2-stelligen Bereich. 😉 Die automatischen Runden hatte ich ebenfalls auf 5 Meilen festgelegt, hier gab es für mich mich dann immer noch eine kleine zusätzliche „Aufgabe“. Ich wollte meinen „körperlichen Verfall“ mit einem Selfie dokumentieren. Dies klappte sehr gut, natürlich blieb ich nicht abrupt beim Ertönen des Pieptons der Fenix stehen, sondern nutzte zeitnahe Unterbrechungen des Laufs, ob an VP´s, Ampeln oder Anstiegen. Das Ergebnis ist gar nicht mal so schlimm geworden, denn mir ging es ja gut… 🙂

 

Der Prozess.
Der Prozess.

 

Weiter geht es im Teil 2

 


23. August 2016

Mauerweglauf 2016  - 15

Berlin, Berlin – einmal um Berlin! Teil 2

Zurück zum Teil 1!

Meine Pflichtausrüstung für die Nacht hatte ich aus dem Dropbag am Wechselpunkt 2 mitgenommen. Die Nacht kam schnell und damit die Zeit für die Stirnlampe. Noch wechselten sich Laufen und Gehen ab, die Abstände bzw. Längen differierten. Kurz hinter dem ehemaligen Grenzturm Nieder Neuendorf lief ich auf einen Läufer auf, der arge Probleme hatte. Da konnte ich natürlich nicht einfach vorbei. Ich blieb also bei ihm und half so gut es ging. Bis zum nächsten VP waren es noch etwa 4 Kilometer, die er schwankend neben mir verbrachte. Es ging alles gut, wir erreichten gemeinsam den VP 21, gleichzeitig der dritte Wechselpunkt und Dropbag-Station. Ich übergab den Laufkollegen an die Betreuung vor Ort und tankte selbst wieder auf. Im Dropbag hatte ich zwei weitere Clif-Bars und eine „frische“ Stirnlampe. Mit beidem bewaffnet ging es auf die letzten 30 Kilometer.

 

Der letzte VP!
Der letzte VP!

Genau weiß ich es nicht mehr, aber nur eine kurze Strecke hinter dem Wechselpunkt 3 schloss ich mich mit einem anderen Läufer zusammen. Gemeinsam ging es weiter durch die Nacht und einsame Natur. Unser Tempo passte super zusammen, das Laufen wurde mehr und mehr durch Gehen ersetzt. Irgendwann hatten wir einen guten schnellen Schritt gefunden und blieben letztlich bis zum Ziel zusammen. Die Strecke zog sich aber dann doch ganz schön. Die Kilometer wurden doppelt so lang, bei mir waren es ja sogar Meilen auf der Uhr. Die mögliche Finish-Zeit verschob sich immer mehr, aber wir wussten beide, dass wir uns den Buckle für ein Finish unter 24h verdienen würden. Die letzten VP´s, die letzten Kilometer bei aufgehender Sonne! Nach 23:21:16 Stunden lief ich durch den Zielbogen! Meine ersten 100 Meilen waren geschafft!

 

STOLZ!!!
STOLZ!!! (auch wenn es nicht so aussieht!)

 

Es folgten natürlich erst einmal viele Glückwünsche. Von und an meinen Begleiter, von den Leuten der Zeitnahme, vom Orga-Team und auch vom Team der Sportmedizin. 😉 Hier wurde ich bereits erwartet und in den Med-Trakt im Stadiongebäude begleitet. Nach einer ersten Verpflegung und Entledigung von Schuhen, nassen Sachen etc. ging es auch mit den geplanten kurzen Untersuchungen weiter. Bei der biometrischen Vermessung streikte mein Körper aber erst einmal und forderte eine Verschnaufpause. So ging es eben mit dem Herzecho und einer Ruhepause auf der Liege weiter. Auch dieser Teil der Studienteilnahme war irgendwann geschafft, dank des tollen Teams der Charité war es jedoch keine wirkliche Anstrengung. Nach einer ausgiebigen Dusche und mit einem leckeren Frühstücksmüsli im Bauch erwartete ich Jule. Gemeinsam erlebten wir dann noch einige Zieleinläufe am Vormittag, so auch den von Joey Kelly und Joe Kelbel. Sein äußerst lesenswerter Bericht und jede Menge tolle Fotos sind wieder auf marathon4you.de veröffentlicht!

Unser Plan sah noch einen Brunch im Ohlala vor, bevor wir zur Siegerehrung und Medaillenübergabe zurück ins Rennhotel am Alexanderplatz wollten. So verfuhren wir dann auch, es war unser wahrscheinlich letzter Brunch im Ohlala vor dessen Schließung – seeeeehr schade! Im Hotel trafen wir dann wieder auf viele Bekannte und sahen schon ein wenig bei der Siegerehrung der Staffeln zu. Danach kamen die Einzelstarter an die Reihe. Sehr stimmungsvolle Worte wurden zu Beginn von Reiner Eppelmann gesprochen, die Atmosphäre war generell sehr schön. Es wurde jeder Starter geehrt, in umgekehrter Reihenfolge des Einlaufs. Mit meinem 76. Platz in der Gesamtwertung wartete ich entsprechend länger – aber natürlich gern! Die Urkunden, Medaillen und ggf. die Buckle wurden durch verschiedene prominente Vertreter aus Gesellschaft, Politik und Sport übergeben. Ich durfte meine Sachen von Reiner Eppelmann erhalten, der sich auch gleich noch nach meinem Vereinsnamen (Laufen gegen Leiden e.V.) erkundigte. Sehr persönlich und nett!

 

 

Das war es dann aber auch fast. Die bis dahin unterdrückte Müdigkeit bahnte sich ihren Weg. Nach zwei kurzen Schlafpausen waren wir zum zeitigen Abend wieder daheim. Das Verarbeiten des Erlebten konnte beginnen! In den Tagen nach dem Lauf stand für mich noch das tägliche Ausfüllen diverser Fragebögen an, und es folgt noch ein letzter Termin in der Charité. Ich bin auf die Ergebnisse der Studienteilnahme richtig gespannt. Gebracht hat sie mir persönlich aber jetzt schon jede Menge positive Erkenntnisse. Und weil alles so schön geklappt hat, steht auch das Saisonziel für 2017 bereits fest: ich hole mir die Back-To-Back-Medaille beim Mauerweglauf am 12.-13.08.2017!

 

Mauerweglauf 2016 - 15
Die reiche „Ausbeute“!

 

Last but not least: ein ganz dickes Dankeschön an meine Jule für den Rückhalt und die vielen bewussten, wie auch unbewussten Motivationen in der langen Vorbereitung! Ohne diesen funktioniert es nicht! :-*


27. Juni 2016

Projekt 44 - 6

Projekt „Kilometer für Jahre“ – Ausgabe 44

 

Wieder ist ein Lebensjahr vergangen, und wieder war mein Geburtstag in ein paar Tage Urlaub eingebettet. Wir waren erneut im Elbsandsteingebirge, in Kleinhennersdorf. Der Vorteil bekannter Orte besteht in der bereits vorhandenen Orientierung, wenn man nur wenig Zeit hat. Und die hatten wir dieses Jahr leider nur, es war ein sehr kurzer Kurzurlaub.

 

Projekt 44 - 7

 

Bei tollem Wetter genossen wir jedoch die Tage und wanderten. Am ersten Morgen trabte ich los und suchte mir einen Trainingsspot für meine Freeletics-Workouts. Eine größere Runde laufen wollte ich nur einmal – am Geburtstag. 🙂  Der kam dann auch schneller als gedacht, es war auch gleichzeitig unser Abreisetag. Für mein Vorhaben war jedoch ausreichend Zeit vorhanden, bei entsprechendem Zeit-Management!

 

Zitat aus dem Blog-Beitrag von 2015:

„Worum ging es doch gleich? Die Vorgabe lautet, für jedes Lebensjahr am Geburtstag einen Kilometer zu laufen. So waren es 2014 demnach 42 Kilometer, und folglich standen nun mindestens 43 an.“

 

Vollmond über Tetschen
Vollmond über Tetschen

 

So klingelte mein Wecker um Punkt 3.00 Uhr! Jule gratulierte mir noch schnell und verschlafen, dann schlich ich mich erst in Küche und Bad, und anschließend in Richtung Auto. Mit diesem ging es dann nach Bad Schandau dem Start und Ziel meiner geplanten Geburtstagstour. Angekommen, Getränke und die letzten Kleinigkeiten verstaut, startete ich um 3.43 Uhr meine Forerunner. Die Ausgabe 2016 vom Projekt „Kilometer für Jahre“ begann. Mit anderen Worten: es standen mindesten 44 Kilometer auf dem Plan. Im letzten Jahr lief ich die identische Strecke und hatte daher eine klare Vorstellung von dem, was mich erwarten würde. Der letztjährige Lauf endete unter der Elbbrücke in Tetschen, nun sollte es diesmal ja ein Kilometer mehr sein und damit war mein Ziel die Altstadt auf der anderen Seite der Brücke.

Die Sonne war noch nicht aufgegangen, Nebel hing über dem Wasser und es wehte ein leichter Wind. Ich war froh, meine Ärmlinge angezogen zu haben. Die Kilometer zogen so dahin, mal schneller mal langsamer – aber stetig. Außer mehrere Tierbegegnungen (Marder, Fuchs, diverse Vögel) war nichts los auf dem Elberadweg. Das hatte ich aber auch nicht erwartet.

 

Projekt 44 - 3
Panorama von der Elbbrücke aus.

 

Eine kurze Schrecksekunde hatte ich kurz hinter der Grenze: eine Sperrung des weiteren Weges und „Umleitung“ mittels Fähre auf die andere Elbseite. Aber morgens um ca. 5.00 Uhr fährt da nix! Ich stoppte kurz und versuchte das tschechische Schild zu übersetzen. Zwei Zeitangaben waren vorhanden 8.00 und 18.00 Uhr. Daraus folgerte ich die Sperrung müsste also nur in diesem Zeitraum wirksam sein – und noch wichtiger – als Läufer sollte ich definitiv durchkommen. Um 8.00 Uhr wollte ich außerdem längst wieder zurück sein in Deutschland.

 

Am Ziel angekommen!
Am Ziel angekommen!

 

Die ersten Häuser von Tetschen erreichte ich nach etwa 1:50h, mein Ziel definierte ich unterhalb der alten Burg. Dies passte dann auch super, ich hatte exakt 2:00h auf der Uhr und 22,5 km zurückgelegt. Genau wie geplant, denn aus den „44“ wollte ich gern eine „45″ machen – damit der Lauf auch als „Mini-Ultra“ durchgehen kann. :mrgreen: Mittlerweile war die Sonne auch sichtbar und schuf eine schöne Stimmung. Einige Fotos machte ich, einen Riegel und etwas Kirschsaft wanderte in meinen Magen, dann begann ich locker mit dem Rückweg. Insgesamt stoppte ich mehrmals auf der Rücktour für ein paar Fotoaufnahmen. Es lief weiterhin gut, wenn auch teilweise langsamer als auf dem Hinweg. Natürlich alles reine Kopfsache. 😉

 

 

Kurz nach 8.00 Uhr und mit 45,23 km auf der Forerunner war ich wieder am Auto und meldete mich bei Jule. Eine Stunde später saßen wir gemeinsam beim Frühstück und mussten dann leider unsere Sachen packen. Mit einem kleinen Umweg durch Berlin zum Mittagessen im „Fast Rabbit“ und anschließendem Eis bei „Kontor Eismanufaktur„, endete der Urlaub und auch mein Geburtstag. Die vierte Auflage des Projektes „Kilometer für Jahre“ dann in 2017, der Ort ist natürlich noch unklar…

 

 


30. Mai 2016

Rennsteig 2016 - 6

Tradition am Rennsteig

 

Meine 5. Supermarathon-Teilnahme beim Rennsteiglauf liegt nun bereits über eine Woche zurück. Zeit für einen kleinen Bericht, denn wir verbrachten ein tolles Wochenende im Thüringer Wald!

 

Rennsteig 2016 - 8
Frühstück im „Zucker und Zimt“ Eisenach

 

6 Tage nach dem 2. Veganen Lauffest in München rief der Rennsteig. Diesmal waren die Tage vorher entspannter. Ganz im Gegenteil zum Jahr 2015… Wir fuhren bereits am Donnerstag in unsere Oberhofer Ferienwohnung und verbrachten den halben Freitag in Eisenach. Nach einem tollen Frühstück im „Zucker und Zimt“ (direkt am Marktplatz), besuchte Jule das Bach-Museum. Ich dagegen loggte ein paar schöne Geocaches zu denen sonst die Zeit gefehlt hätte, und holte meine Startunterlagen ab. Danach gab es gemeinsam noch super-leckeres Eis aus der Manufaktur. 🙂

Zurück in Oberhof trafen wir uns kurz mit Neuruppiner Freunden und besuchten die kleine Läufer-Messe. Während Sylvia den Marathon vor sich hatte, wollten Uli (zum 3. Mal) und Pico (zum 1. Ultra überhaupt) die lange Strecke laufen. Wir verabredeten uns auch gleich für den Samstag.

 

Rennsteig 2016 - 7
Die „neue Mitte“ in Oberhof

 

Insgesamt hat sich Oberhof deutlich verschönert. Der Busbahnhof ist umverlegt worden und damit wurde Platz für eine Neugestaltung im Zentrum der Stadt. Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Umverlegung: unsere FeWo liegt nun in „Steinwurf-Weite“ zur Abfahrtsstelle des Bus-Shuttles am Morgen. 😉

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17. Mai 2016

LgL VLF #1

2. Veganes Lauffest in München

Pfingsten war es nun soweit, das 2. Vegane Lauffest von Laufen gegen Leiden e.V. fand in München statt. Ich war dabei!

Was heißt hier nun „Veganes Lauffest„? Ganz einfach: ein Lauf von und für Veganer! Also ein Tag ohne Diskussionen, Anfeindungen, Unverständnis, Ignoranz. 🙂 Aber mit viel Spaß, Lauf- und Walking-Kilometern und natürlich gutem Essen. Es war ein wirklich ein FEST!

 

LgL VLF #6

 

Vor zwei Jahren fand die erste Ausgabe statt, im letzten Jahr ein sogenannter Kuckuckslauf, nun stand eine richtige Neuauflage in München an. Eingeladen vom Verein Laufen gegen Leiden e.V., konnte man sich für diverse Streckenlängen anmelden. Von 5 Kilometern angefangen bis zu 100 Kilometern war alles in Stufen möglich. Als Vereinsmitglied wollte ich natürlich dabei sein. So hatte ich mich für die 40 Kilometer entschieden, eine Woche vor dem Rennsteiglauf sollte dies ein letzter ruhiger langer Lauf werden. Denn eins ist das Lauffest nicht, nämlich ein Wettkampf. Hier stand und steht die Gemeinschaft und der Spaß im Mittelpunkt, es existiert keine Zeitnahme und auch ansonsten wurde hier sehr flexibel agiert.

 

LgL VLF #2
Beisammensein im „Bohdis“

 

Unsere ursprüngliche Planung gemeinsam mit dem Auto nach München zu reisen, änderten wir sehr kurzfristig doch noch. Ich fuhr am Samstag letztlich allein mit dem Bus nach München. Für mich die erste Erfahrung im Flixbus – es wurde eine gute. Ausgeruht und ausgeschlafen kam ich am späten Nachmittag in München an. Nach Zimmerübernahme im Hotel, ging es auch schon weiter zum Abendessen. Etwa 40 Leute hatten sich auf die Initiative von unserem 2. Vorsitzenden Dieter Steinhauer im Bohdi verabredet, so konnte das Wochenende mit einem Kennenlernen und Austausch richtig beginnen. Eine nette Runde wurde es dann auch, das Essen war gut – die „Vorstellungsrunde“ noch besser… 🙂 Nur das Wetter war nicht auf unserer Seite. Es war kalt, nass und windig. Brrrr.

Der Sonntag begann mit einem etwas zu üppigen Frühstück im Hotel. Da waren die Augen wieder größer, als der spätere Lauf es bedingt hätte. Meine „Performance“ auf den ersten Meilen litt später arg darunter. Eine kurze Fahrt mit der Tram brachte mich zum Botanischen Garten, in dessen Nähe der Lauf stattfand. Auf einer offiziell vermessenen Runde von 1 Meile Länge spielte sich dann der weitere Tag ab. Für meine gemeldeten 40 Kilometer standen mir also knapp 25 Runden bevor. Dies war hier meine erste Erfahrung mit einem solchen Rundendrehen.

 

LgL VLF #3
Gleich geht´s los!

 

Bei meinem Eintreffen waren schon eine Menge Leute anwesend. Umziehen und Empfang meiner Rundenkarte gingen flott, und der Start um 10.00 Uhr kam näher. Für die 100 Kilometer gab es keine Vormeldungen, und die beiden für 80 Kilometer gemeldeten Läufer erschienen nicht. So waren wir „40er“ die ersten Starter am Pfingstsonntag. Nach ein paar begrüßenden Worten von unserem Vereinsvorsitzenden Mark wurden wir auf die Strecke geschickt. Ich fand mich mit Katya und Alex in einer kleinen Gruppe wieder, die beiden hatte ich abends zuvor bereits kennengelernt. Da ich ja nicht so der „Erzähler“ beim Laufen bin, übernahm diesen Part Alex komplett… 😉 Gemeinsam liefen wir einige Runden/Meilen. Nach jeder Meile wurde dann mittels Edding ein Kreuz auf unserer Rundenkarte gemacht, somit war immer eine kleine Pause vonnöten. Wie jedoch schon geschrieben, es ging um keine Bestzeiten hier in München.

 

LgL VLF #4
Der Hintergrund zur Laufstrecke.

 

Nach und nach füllte sich der Start- und Zielbereich mit den Läufern der kürzeren Distanzen. Die Starts dazu waren zeitversetzt nach hinten eingeteilt, so dass es gegen Mittag die absolute Höchstzahl an Teilnehmern auf der Strecke gab. Für uns war dies jedoch erst einmal toll, denn wir liefen durch ein dichtes Menschenspalier und wurden mit jeder neuen Meile bejubelt. 🙂 Durch Trink- und Toilettenpausen zerfiel unsere Minigruppe und ich trabte allein meine Runden. Ich überholte, ich wurde überholt – je mehr Leute auf dem Kurs unterwegs waren, desto abwechslungsreicher wurde die Sache. Es machte einfach Spaß! Ein kleiner Wermutstropfen war lediglich das Wetter. Mit geschätzten 12°C, leichtem Wind und ab und an ein paar Regentropfen, hätte es besser – aber ebenfalls schlimmer sein können.

Wie es am Vormittag immer belebter auf der Runde wurde, so nahm die Zahl der Läufer auch schnell wieder ab. Ab und an gab es gemeinsam gelaufene Abschnitte, mal mit noch unbekannten, mal mit bekannten Gesichtern. Social Media sei Dank! 🙂 Während einige Teilnehmer sich bereits verabschiedeten, andere sich über das tolle und vielfältige Versorgungsangebot hermachten, zogen wir Marathonis unbeirrt unsere Runden. Bis dann auch die letzte Meile gelaufen war. Aber Halt: da gab es doch noch eine „Extra-Meile“ auf unserer Karte. Nur mit dieser war es schließlich möglich, die Marathon-Distanz zu erreichen. Vorgenommen hatte ich mir ja sowieso nicht nur die gemeldeten 40 Kilometer zu laufen, sondern den Marathon auch voll zu machen. Aber nun war es ja sogar „offiziell“ vorgegeben. Ich trabte also locker in die letzte Meile, und wurde gegen Ende der Runde von Alex eingeholt. So wie wir gemeinsam gestartet waren, so liefen wir dann auch ins Ziel. Gutes Timing würde ich sagen! 😉

Nun kommt es aber noch: am Start war ich etwas abgelenkt und hatte daher meine Forerunner zu spät eingeschaltet. Die Satellitenerfassung war noch nicht erfolgt, als ich den Startknopf betätigte. Mir fehlte daher Strecke! Im Ziel vor dem Erhalt meiner Medaille checkte ich den Forerunner und sah das Ergebnis: es waren nur 41,98 km auf der Uhr. Ungenauigkeit beim „Kreiseln“ und das verspätete Starten raubten mir gut 1,6 Kilometer! Das ging ja mal gar nicht! Kurzerhand ließ ich Mark und Dieter mit den Medaillen stehen, und rannte noch eine „Bonus-Extra-Meile“! Artig holte ich mir auch hierfür mein Edding-Kreuzchen… :mrgreen:

 

LgL VLF #5
Sammelkarte, oder auch „Leistungsnachweis“ 😉

 

Im Anschluss ging wieder alles sehr flott. Ich lief ins Ziel ein und kurze Zeit später begann Mark mit einer kleinen Verlosung. Die Rundenkarten dienten dabei als Los. Und was soll ich sagen? Ich gewann ein tolles ThoniMara-Tuch, nicht gerade in meiner Farbe, aber so hatte ich etwas für Jule zum Mitbringen! Es folgte eine Aufstellung mit allen noch anwesenden Teilnehmern für ein Gruppenbild, bevor der allgemeine Aufbruch begann. Zu guter Letzt ergatterte ich noch ein paar Kugeln Eis von Ice-Date aus München, bevor es hier ausverkauft war. Der gute vegane Döner von Erbils passte leider so kurz nach dem Lauf nicht in meinen Magen. Beim nächsten Besuch in München aber…! Danach hieß es für mich wieder ab zum ZOB, ich konnte meinen Abendbus umbuchen und fuhr bereits 16.00 Uhr ab in Richtung Heimat. Das waren damit nicht einmal 24 Stunden in München! Die es aber in sich hatten und so schnell nicht vergessen werden. Etliche „Namen“ aus Facebook sind nun zu „Personen“ geworden, neue Leute kamen hinzu. Ein kleiner Ultralauf vor dem großen Ultralauf am Samstag, noch dazu in guter Gesellschaft… Schee wars!

 


24. April 2016

GNL_Schild_Startpunkt

Es war wieder Vollmond…

… und bei Vollmond heißt es deutschlandweit in immer mehr Städten: gemeinsames Laufen beim Gutenachtlauf! Mittlerweile die 13. Auflage fand am letzten Freitag statt – in Neuruppin habe ich nun bereits den 6. Lauftreff organisiert.

Um den Lauf etwas zu pushen, kümmerte ich mich um etwas mehr Werbung. Im Vorfeld zog ich mit Flyern und Postern durch die lokalen Fitness-Studios und bat diese dort auszuhängen. Gleichzeitig schrieb ich den Sachgebietsleiter „Kultur und Sport“ der Stadt an und erbat etwas Schützenhilfe. Nach einem überaus erfreulichem Telefonat leitete dieser meine Informationen an entsprechende Stellen weiter. Die lokalen Zeitungsredaktionen wurden benachrichtigt und veröffentlichten auch entsprechende Ankündigungen. Auf Sportvereinsebene wurde ebenfalls informiert und sogar eine Pressemitteilung der Stadt Neuruppin erschien! Vielen Dank dafür!! Der „Knaller“ war jedoch ein Anruf einer Redakteurin des Antenne Brandenburg Regionalmagazins (Radio). Wir verabredeten uns für den Donnerstag und ich konnte am Startpunkt des Laufs, dem Fontane-Denkmal, kurz von den Hintergründen der ganzen Aktion berichten. Ob und wann der Beitrag gesendet wurde, kann ich leider nicht sagen – werde ich aber noch nachrecherchieren!

 

GNL13 - 2016-04-21

 

Neugierig auf die Teilnehmerzahl machte ich mich dann abends auf den Weg zum Start. Wie immer kam einer meiner beiden „Stammläufer“ als erstes an. Knut ist seit Weihnachten dabei, und mittlerweile eine feste Größe. Danach kamen zwei „neue Gesichter“ – Ziel also bereits erreicht! Beide sind Neuruppiner und überlegten wohl schon länger, diesmal machten sie ernst. Recht schnell wuchs danach die Zahl auf 9 weitere Teilnehmer an! Ich freute mich wirklich riesig darüber, es schien sich also doch langsam rumzusprechen. Teils vom Aushang im Fitnessstudio, teils durch die Zeitung – die unterschiedlichen Kanäle erreichten neue Leute! Und noch besser war es auch, dass wirklich jeder eine Spende dabei hatte! Vielen Dank an euch!

 

GNL - 2016-04-22

 

Und auch ein freier Mitarbeiter des Lokalblattes fand den Weg zu uns. Ich durfte also noch einmal Sinn und Zweck dieses Laufes erläutern, bevor die obligatorischen Bilder gemacht wurden. Ich steckte ihm noch einen Flyer zu, so dass er an die Hintergrundinformationen im Detail kommt. Gespannt warte ich auf den Artikel am Anfang der neuen Woche.

Dann konnte es bei gerade über dem See aufgehenden Mond endlich losgehen! Das Tempo war wie immer sehr moderat, denn auch mein anderer „Stammläufer“ war wieder dabei. Mit 67 Jahren ist es sein Privileg das Tempo vorzugeben. Denn darum geht es ja: jeder soll sich wohlfühlen und Spaß an der gemeinsamen Runde haben! Der Mond leuchtete uns den Weg, wir atmeten kühle, klare Luft in die Lungen und ich hatte zu tun, jeden der neuen Teilnehmer auch einmal ein Stück zu begleiten. Die Runde ist schließlich nicht sooo lang, da musste ich mich ranhalten.

Der ursprüngliche Lauf sollte diese 4 km-Runde ausmachen, oder eine alternative längere Version. Es hat sich aber bereits jetzt so etabliert, dass nach der kleinen Runde am Fontane-Denkmal angehalten und kurz ausgewertet wird. Wer dann noch Lust hat, kommt mit auf eine weitere Runde oder sonstige Verlängerung. Die ersten drei Teilnehmer verabschiedeten sich und wir verbliebenen 7 Leute liefen in entgegengesetzter Richtung eine zweite Schleife durch die Nacht. Und auch dann war noch nicht Schluss, die dritte Runde wurde als „Nach-Hause-Bring-Tour“ angegangen. An verschiedenen Stellen trennten sich unsere Wege, so hatte ich letztlich noch zwei Begleiter bis zum Denkmal und dem „endgültigen Ende“.

Es war wieder eine tolle Veranstaltung mit neuen Leuten. Gute Gespräche, gute Kilometer und eine kleine Hosentasche gefüllt mit Spenden für unsere aktuelle Spendenaktion „Laufen gegen Leiden e.V. für ARIWA“! DANKE und bis zum nächsten Vollmond!

 

Mehr Infos gibt es auf unserer Vereinswebseite: www.laufengegenleiden.de oder auf Facebook https://www.facebook.com/gutenachtlauf/   Und wer noch einen Lauf unter und mit Gleichgesinnten sucht, egal ob als Anfänger oder Ultraläufer ist beim 2. Veganen Lauffest in München herzlich eingeladen! Streckenlängen von 5 km bis 100 km (und dazwischen 😉 ) können gelaufen werden. Nähere Informationen HIER! Sehen wir uns in München?

 


20. April 2016

Paris - 4

Der Paris Marathon!

by heiko
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Der Teil 2:

Den ersten Teil verpasst? Hier!

So wie der bisherige Tag entspannt verlaufen war, so begann auch das Rennen. Jede Menge Platz auf dem Champs-élysées, tolles Wetter und gleich ein angenehmes Tempo. Ich fühlte mich sauwohl und die Highlights der Strecke zogen vorbei. Bald war der südlichste Punkt der Route erreicht und es ging in einem Bogen wieder zurück in die Stadt. Mein Ziel rückte näher und wurde immer öfter sichtbar. Da arbeitete es aber bereits in meinem Kopf gewaltig. Der „große Fehler“ waren die Markierungsschilder mit den Meilenangaben. In meinem Kopf ging es hin und her: 30 km oder 20 Meilen (32,xx km)?! Mal schauen, wo die 30er Marke wirklich ist!? Vor dem Eiffelturm, hinter dem Eiffelturm – wo wäre dann Jule? Ist sie schon da? Und dann war da noch dieses total gute Gefühl. Mein Kopf war frei, alles lief super – die Einstellung, den Marathon ja nicht „FINISHEN ZU MÜSSEN“ machte diesen Tag so besonders. Kurzum, ich stoppte wenige Meter vor dem 20-Meilen-Schild und zückte mein Telefon aus der Tasche. Nach 5 Minuten mit Jule am anderen Ende der Leitung setzte ich meinen Lauf fort. Nicht zurück zum Eiffelturm, sondern weiter in Richtung ZIEL!

 

Paris Marathon - DAS Schild für mich!
Paris Marathon – DAS Schild für mich!

 

Die letzten 9,xx Kilometer liefen sich ebenso leicht wie die davor liegenden. Ich nahm mir Zeit zur Verpflegung, zum Fotografieren und zum FREUEN. Nach 4:04:11 stoppte meine Zeitmessung – ich beendete den Paris Marathon mit dem Gefühl, meinen bisher entspanntesten offiziellen Marathon gelaufen zu sein. Einfach stolz und zutiefst zufrieden holte ich meinen Beutel wieder, zog mich um und traf mich mit Jule letztlich nicht am Eiffelturm, sondern unter dem Arc de Triumph wieder!

Nach kurzer Pause machten wir uns dann gemeinsam auf in Richtung Eiffelturm. Es folgte noch das Armeemuseum mit dem Invaliden-Dom inkl. Napoleon´s Grab. Ein schöneres „Auslaufen“ kann man sich nicht vorstellen…

 

Paris Marathon - davor, dabei, danach!
Paris Marathon – davor, dabei, danach!

 

Der Besuch im Louvre am Montag und etliche weitere Stadtkilometer ließen keinen Muskelkater o.ä. aufkommen. Wir erlebten wirklich beeindruckende Tage in Paris.

Seit unserer Rückkehr sind nun bereits einige Trainingstage vergangen. Ich trainiere lockerer als früher, aber doch zielgerichtet. Die nächsten großen Ziele im Mai sind das 2. Vegane Lauffest in München und danach der Rennsteiglauf. Im restlichen Jahr wird wahrscheinlich ebenfalls keine Langeweile aufkommen – nur die Gesundheit muss passen!

 


18. April 2016

Paris - 6

Von der Goliaz-Challenge zum Paris Marathon

Die vorletzte Woche verbrachten wir in PARIS. Eine tolle Stadt mit viel Sehens- und Erlebenswertem. Dies soll nun aber keine Reisereportage werden. Nein, der Sport soll doch im Mittelpunkt stehen. Ich hole aber am besten etwas weiter aus, denn viel habe ich in diesem Jahr hier noch nicht geschrieben.

Der Januar startete gleich wieder mit einer Goliaz-Challenge. Titel „BEAST MODE“ – im wahrsten Sinne. Es ging ordentlich zur Sache, eine stetige Steigerung der Intensität von Woche zu Woche. Meine Läufe reduzierte ich daher etwas, beides parallel wäre zu viel geworden. Zuhause begannen wir einen kleinen Umbau, hier steckte ich auch einiges an Energie und Zeit hinein, mein Körper hatte etwas Stress.

BeastMode-#1-2016-01-30

 

Und dann kam eins zum anderen, ein eingeschleppter Keim kippte mein Immunsystem. Ich lag von einer Stunde auf die nächste nieder. Hohes Fieber, Schüttelfrost, krampfartiger Husten etc. – eine fette Lungenentzündung beherrschte mich in der Folge fast drei Wochen lang. Sowas hatte ich noch nicht erlebt, und muss es auch nicht wieder haben. Alle weiteren sportlichen Planungen gerieten in den Hintergrund.

So hatte ich auch wenig, oder gar nichts hier im Blog zu berichten. Ganz, ganz langsam tastete ich mich wieder an die Bewegung heran. Nach vielen Spazierkilometern mit Jule und Eddie, kamen dann die ersten Übungen innerhalb der Wohnung wieder hinzu. Und so war es erneut eine Goliaz-Challenge, die mich aufbaute! „ABS-TO-MAX“ lautete das Motto und der Fokus war klar – der Bauch stand im Mittelpunkt. Wie bei jeder Challenge baute sich die Intensität langsam auf. So konnte ich mich noch erholen und gleichzeitig doch wieder etwas trainieren. Das Ergometer leistete ebenso sehr gute Dienste, unsere Ernährungsweise sowieso! Jule hatte ein waches Auge und „pfiff“ mich schon mal zurück, wenn mein Ehrgeiz zu viel wollte…

Ab Mitte März stieg ich dann in das Lauftraining wieder ein. Neben den Freeletics-Übungen auf dem Sportplatz, zu welchen ich ja eine Ein- und Auslaufstrecke hatte, standen auch erste kurze reine Lauftage an. Es fühlte sich wieder gut an! Jedoch war der Paris Marathon kein Thema mehr. Ich meldete mich stattdessen zum Frühstückslauf am Samstag. Wenigstens eine kleine offizielle Strecke wollte ich in Paris zurücklegen. Unsere Reisepläne hatten sich schließlich nicht geändert!

Finisher Badges

Am 31.03. flogen wir also nach Paris. Am Wochenende davor lief ich eine große Runde, die mir keine Mühe bereitete. Mein alternatives Training schien seine Wirkung nicht verfehlt zu haben. Und es keimte erst ein Fünkchen, dann ein Funken der Überzeugung, doch beim Marathon zu starten und nach (mindestens) der Hälfte geplant auszusteigen. Ein Blick auf den Kurs – und ein „Ziel“ war ausgemacht! Der Eiffelturm wird bei Kilometer 30 passiert, das sollte doch perfekt passen!

 

Paris Marathon - Messebesuch
Paris Marathon – Messebesuch

 

Jule war wenig begeistert von meinem Plan, aber wir trafen eine entsprechende Übereinkunft und planten den Tag entsprechend. Am Freitag waren wir dann gemeinsam auf der Marathon-Messe. So großzügig und gut organisiert hatten wir noch keine Messe erlebt. Und das bei 57.000 gemeldeten Startern! Um es gleich vorwegzunehmen: die tadellose Organisation zeigte sich am Renntag ebenso wieder – das machte wirklich Spaß.

Freitag und Samstag nutzten wir, um die Stadt zu erkunden. Die Palette der Sehenswürdigkeiten ist endlos, aber dank dichtem Metro-Netz auch gut erreichbar. Jedoch mit seeeehr vielen Treppen – jedes Umsteigen von einer Linie in die andere, bedeutete zahlreiche Stufen zu erklimmen. Ich sag´s mal so: Tapering ist etwas komplett anderes. Es ging nun mal auch nicht um den Lauf, sondern darum, Paris zu erleben! Und das taten wir wirklich.

Sonntag früh verabschiedete ich mich zu meinen 30 Kilometern. Mit der Metro ging es zum Start. Mit jeder Station potenzierte sich die „Läuferdichte“ im Waggon. Ein paar Fotos, den Beutel mit den Wechselsachen abgegeben und im lockeren Trab zum Start. Es waren immerhin gute 1,5 Kilometer zwischen Kleiderabgabe und meinem Block. Ich blieb ziemlich weit hinten, meine angegebene Zielzeit war ja irrelevant und ich wollte den Tag und die Strecke einfach genießen. Aufgeregt war ich nicht, nur reine Freude doch noch hier im Startblock zu sein.

 

Wie das Rennen verlief? Das gibt es im Teil 2 zu lesen!

 


8. März 2016

Focus

Kurzer Abriss 2015

Der Statistiker in mir kommt nicht umhin, eine komplette Jahresübersicht zu erstellen und zu teilen. Dies soll hier nun (endlich) passieren. Vielleicht ein paar Worte vorweg?

Es lief nicht alles so wie gewünscht und geplant. Na eigentlich könnte ich dies auf die zweite Jahreshälfte beschränken. Von Januar bis Juni war ich doch richtig gut „auf Kurs“. Meine Vorbereitungen auf den Saisonhöhepunkt im August (Mauerweglauf) begannen wohl schon im Jahr 2014. Eine zunehmende Intensität der Freeletics-Einheiten verschoben das Lauftraining in Richtung Ganzkörpertraining. Die Fortschritte waren toll und auch sichtbar. Viele neue Reize durch ungewohnte Übungen, der Spaßfaktor war ebenfalls enorm.

Erstes läuferisches Highlight war der Barcelona Marathon. Auf dem nicht gerade flachem Kurs konnte ich eine neue Bestzeit laufen. Motivation pur! 🙂 Es folgte der Grunewald Marathon in Berlin und schließlich meine 4. Teilnahme am Rennsteig Supermarathon. Viele Freeletics-Bestzeiten erreichte ich ebenfalls, aber dies ist ein stetiger Verbesserungsprozess, der damit ganz natürlich und noch längst nicht abgeschlossen ist.

Das nächste große „Ding“ war der Schefflenzer Ultra Anfang Juni. Ein kleiner feiner Lauf im Ländle, wo ich erstmals 100 Kilometer und auch gleich auf´s Podest lief. Das war mal eine krasse Erfahrung. 😎 Es folgte die Fortsetzung meines Projekts „Kilometer für Jahre„, der nun schon kleine „Ultra“ am Geburtstag. Im Regen 43 km von Deutschland nach Tchechien und zurück – vor dem Frühstück…

War es nun insgesamt zuviel, die Pausen zwischendurch zu kurz, beides oder gar nichts von beiden? Keine Ahnung. Jedoch entwickelte sich aus ab und an auftretenden leichten Zwicken im linken Knie, ein anhaltender Schmerz. Nun folgte eine mehrwöchige selbstverordnete Laufpause, ich wollte den Start beim Mauerweglauf natürlich nicht gefährden. Die Absage des Mauerweg-Nachtlauf tat schon weh, aber auch dieser musste eben dem größeren Ziel weichen. An der Startlinie zum 100-Meilen-Debüt wusste ich wirklich nicht, ob es reichen würde. Das Ergebnis gibt es hier noch einmal nachzulesen. 🙁

Unser 6-Seen-Sommer-Marathon verlief damit auch „leicht“ geändert. Krankheitsbedingte Absagen, fehlende Form oder Verletzungen (wie bei mir) führten zu einer Verkürzung auf ca. 23 Kilometer Länge. Ich selbst fuhr sogar den größten Teil per Rad mit. Unsere anwesenden Freunde aus nah und fern machten das Wochenende jedoch trotzdem zu einem Höhepunkt.

Nach intensiver physiotherapeutischer Behandlung, Lauf-Pause und gleichzeitigem speziellem Muskeltraining, ließen auch die Knieprobleme nach. Eine MRT-Untersuchung brachte zum Glück auch keinen Grund zur Sorge hervor – so begann im Herbst wieder ein moderates Training. Gleichzeitig absolvierte ich eine Goliaz-Challenge – eine aus dem Freeletics-Bereich entstandene weltweite Trainingsgruppe. Fünf Tage in der Woche wurden auf die eigene Person bezogene Workouts absolviert, mit steigendem Intensitätsgrad. Die Finisher-Quote ist nicht gerade hoch. Ich gehörte dazu… 🙂

Im Oktober beglich ich die offene Rechnung vom 6SSM und lief die Runde nur für mich und allein. (Bericht ist online.) Außerdem war ich mit Kumpel Christoph beim Hubertuslauf auf der 15km-Strecke am Start – schmerzfrei und gut gelaunt.

Im November holte ich den Gutenachtlauf von Laufen gegen Leiden e.V. nach Neuruppin. Dieser findet deutschlandweit in immer mehr Städten gleichzeitig bei Vollmond statt. Gelaufen wird eine Strecke von 5-10 Kilometern, je nach Laune und Mitläufern. Gespendet wird je Teilnehmer 1 Euro für ein aktuelles Spendenprojekt. Zum Jahresende wurde ich dann auch reguläres Vereinsmitglied. Informationen zum Verein, zu den Zielen und dem aktuellen Spendenprojekt gibt es HIER!

Im November gab es die nächste Goliaz-Challenge und mein nächstes Finisher-Abzeichen. Yehaa! 🙂

Und schon war es wieder Dezember! Neu im „Behandlungsplan“ war jetzt auch der Besuch beim Osteopathen. Nach nur drei Sitzungen war er mit mir „fertig“ und ich „funktionierte“ wieder tadellos. Zumindest muskulär. Die häufigen „Büro-Computer-Arm-Schmerzen“ wurden fast getilgt. Okay, drei Wochen Urlaub zum Jahresende halfen sicherlich auch mit. 😉 Abwarten, wie sich das Jahr 2016 entwickelt.

 

Die reinen Zahlen nun noch:

  • Laufen: 2402,65 km
  • Freeletics: 416,24 km
  • Rad: 693,33 km

 

Die wichtigsten Freeletics-Übungen für mich sind wohl:

  • Burpees: 10559
  • Situps: 25165
  • Straight-Leg-Levers: 20775
  • Climbers: 10005
  • Pullups: 8390
  • Pushups: 13585

 

Focus 21

 

Es hat zwar etwas gedauert mit dieser Veröffentlichung, aber mir fehlte zeitweise einfach die Lust zum Schreiben. Insgesamt werde ich den Blog fortführen, aber die Einträge werden seltener…



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4. Dezember 2016
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